Forschungsprojekt COMET stärkt Datensouveränität im Smart Home: Verbraucher entscheiden selbst über ihre Daten.

Forschungsprojekt COMET stärkt Datensouveränität im Smart Home: Verbraucher entscheiden selbst über ihre Daten.

Datensouveränität im Smart Home: Forschungsprojekt COMET stärkt Verbraucherrechte

Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Goethe-Universität Frankfurt und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) wurden Mechanismen entwickelt, die es Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen, selbst zu bestimmen, welche Daten aus ihrem Smart-Living-Umfeld sie teilen möchten. Gleichzeitig eröffnet das Projekt Unternehmen den Zugang zu hochwertigen Daten, die für die Entwicklung von KI-Anwendungen von Bedeutung sind.

Hintergrund und Zielsetzung

Moderne Smart-Home-Geräte wie app-gesteuerte Heizungen, Elektroauto-Ladestationen oder vernetzte Haushaltsgeräte generieren täglich eine Vielzahl wertvoller Daten. Diese Informationen verbleiben bislang überwiegend bei den Herstellern, während Verbraucherinnen und Verbraucher nur eingeschränkte Einsicht und Kontrolle besitzen. Das Projekt COMET (Consumer Empowerment und Teilhabe in der Domäne Smart Living) setzt genau an diesem Punkt an und fokussiert die digitale Selbstbestimmung der Nutzerinnen und Nutzer über ihre persönlichen Daten. Angesichts der aktuellen Diskussionen zu Datenschutz, Künstlicher Intelligenz und einer fairen Datenökonomie gewinnt dieses Thema zunehmend an Relevanz.

Projektverlauf und Förderung

Von November 2023 bis Juli 2026 haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Industriepartner im Konsortium COMET gemeinsam an einer Lösung gearbeitet, die Verbraucherinnen und Verbraucher als eigenständige „Data Owner“ positioniert. Das Projekt ist Teil des Förderprogramms „SmartLivingNEXT“ und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der „Entwicklung digitaler Technologien“ unterstützt.

Funktionalitäten und Nutzen

  • Die entwickelten Lösungen ermöglichen es den Nutzerinnen und Nutzern, individuell zu entscheiden, welche personenbezogenen Daten sie für welche Zwecke freigeben möchten.
  • Die Datenzugriffe werden transparent dokumentiert, sodass nachvollziehbar ist, wer wann und wie die Daten verwendet.
  • Über eine Applikation können freiwillig weitere Informationen aus dem Smart Home bereitgestellt werden, die beispielsweise personalisierte Energiespartipps ermöglichen.

Darüber hinaus eröffnet COMET insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen einen verantwortungsvollen Zugang zu qualitativ hochwertigen und interoperablen Realbetrieb-Daten. Dies fördert die Entwicklung neuer KI-basierter Dienstleistungen und unterstützt den übergreifenden Datenaustausch, wodurch isolierte Datensilos aufgebrochen werden können. Technische und organisatorische Maßnahmen, unter anderem aus dem GAIA-X-Ansatz, sichern dabei die Datensouveränität der Nutzerinnen und Nutzer ab.

Praxisnahe Erprobung und erste Erkenntnisse

Die im Projekt entwickelten Anwendungen wurden bereits bei Praxispartnern implementiert und in realen Szenarien getestet. Erste Ergebnisse zeigen, dass Nutzerinnen und Nutzer eher bereit sind, Daten zu teilen, wenn ein klarer und nachvollziehbarer Zweck dahintersteht, beispielsweise die Verbesserung eines häufig genutzten Services. Die Kontroll- und Freigabemechanismen von COMET tragen dazu bei, das Verständnis für die eigene Datennutzung zu erhöhen und bieten Orientierung in komplexen digitalen Umgebungen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Datenschutzerklärungen und Einwilligungsprozessen wie Cookie-Bannern wurde die strukturierte und transparente Darstellung der Informationen besonders positiv bewertet. Die Möglichkeit, einzelne Datenanfragen gezielt zu akzeptieren oder abzulehnen, stärkt das Gefühl von Selbstbestimmung und Kontrolle. Zudem erhalten Nutzerinnen und Nutzer eine klare Übersicht darüber, wann, wofür und wie lange ihre Daten verwendet werden.

Ausblick

Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass erhöhte Transparenz Informationsasymmetrien abbauen und das subjektive Empfinden von Datensouveränität stärken kann. Die gewonnenen Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven für ein nutzerfreundliches Privacy-Management mit dem Ziel, Endnutzerinnen und Endnutzern mehr Kontrolle über ihre Daten zu ermöglichen und Datenschutz verständlicher zu gestalten. Gleichzeitig soll die Verfügbarkeit von Daten erhöht werden, um Innovationen und KI-gestützte Services zu fördern.

Weitere Informationen sind unter www.smartlivingnext.de sowie auf LinkedIn unter linkedin.com/company/smartlivingnext verfügbar.


Wissenschaftliche Ansprechpartner

Dr. K. Valerie Carl, Prof. Dr. Oliver Hinz
Professur für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt am Main
E-Mail: kcarl@wiwi.uni-frankfurt.de
Web: www.wiim.uni-frankfurt.de
Telefon: +49 (69) 798 34793

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