Meilenstein bei der Weiterbildung zum »Zertifizierten Usability Engineer«
Im Jahr 2026 wurde die Weiterbildung »Zertifizierter Usability Engineer« am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) von der 1000. Person erfolgreich abgeschlossen. Anlässlich dieses Jubiläums wurde das Programm um einen neuen Lernbaustein erweitert, der den gezielten Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (KI) und KI-Chatbots wie ChatGPT im User Requirements Engineering vermittelt. Schwerpunkt dieses Moduls ist die strukturierte Dokumentation des Nutzungskontextes sowie die Ableitung von Nutzungsanforderungen.
Inhalte und Zielsetzung der Weiterbildung
Die einwöchige Qualifikation richtet sich an Fachkräfte, die als Usability Consultants in IT-Unternehmen tätig sind oder tätig werden wollen. Die Teilnehmenden erlernen, wie ergonomische und benutzerzentrierte Lösungen in bestehende Entwicklungsprozesse integriert werden können.
Die Lehrinhalte basieren auf den international anerkannten Usability-Normen ISO 9241-11, -110 und -210 und decken den gesamten Usability-Engineering-Zyklus ab:
- Analyse des Nutzungskontextes
- Ableitung von Nutzungsanforderungen
- Prototypisches Design
- Usability-Tests
- Gestaltung von Entwicklungsprozessen
Ergänzt wird das Programm durch praxisnahe Methoden zur Informationsdarstellung und Benutzerführung. Die Weiterbildung entspricht dem »Advanced Level« der IT-Weiterbildungsstruktur und ist praxisorientiert gestaltet.
Integration von generativer KI im User Requirements Engineering
Neu eingeführt wurde ein Modul, das die Nutzung generativer KI im User Requirements Engineering behandelt. Anhand praktischer Übungen erfahren die Teilnehmenden, wie KI-Chatbots wie ChatGPT sie bei einzelnen Arbeitsschritten unterstützen können. Dabei liegt der Fokus auf der strukturierten Aufbereitung von Informationen aus dem User Research zur Dokumentation des Nutzungskontextes sowie der Formulierung von Nutzungsanforderungen.
Die Weiterbildung vermittelt, wie generative KI dazu beitragen kann, relevante Informationen und Zusammenhänge herauszuarbeiten sowie die Strukturierung und Formulierung von Anforderungen zu erleichtern. Ziel ist es, die etablierten Methoden des User Requirements Engineering durch den gezielten Einsatz von KI sinnvoll zu ergänzen.
Prof. Dr. Britta Essing, Leiterin der Abteilung Human-Centered Engineering & Design am Fraunhofer FIT, betont: „Generative KI kann Usability Engineers insbesondere bei der Informationsaufbereitung und Ableitung von Nutzungsanforderungen effektiv unterstützen. Wichtig ist, dass die Teilnehmenden die Ergebnisse von ChatGPT kritisch prüfen und durch gezielte Prompts ihre eigene Methodenkompetenz einbringen.“
Branchenübergreifende Anwendbarkeit und Praxisbezug
Das vermittelte Wissen ist branchen- und medienübergreifend einsetzbar, beispielsweise für Web-Anwendungen, mobile Apps oder Desktop-Software. Die Absolventinnen und Absolventen sind befähigt, sämtliche benutzerorientierten Gestaltungsprozesse eines Usability-Engineering-Zyklus durchzuführen und Usability-Prozesse in bestehende Software-Entwicklungsmodelle zu integrieren.
Ergänzt wird die Weiterbildung durch Gastvorträge von Experten aus der Industrie, die Einblicke in die Praxis und Implementierungsstrategien geben. Eine wissenschaftliche Untersuchung des Fraunhofer FIT zeigt, dass 82 Prozent der Absolventinnen und Absolventen das erlernte Wissen dauerhaft in ihrem Berufsalltag anwenden, was den hohen Praxisbezug der Qualifikation unterstreicht.
Zertifizierung und weiterführende Informationen
Nach erfolgreichem Abschluss der theoretischen und praktischen Prüfungen erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat der Fraunhofer-Personenzertifizierungsstelle. Dieses bestätigt die Kompetenz, zentrale Methoden zur Entwicklung und Prüfung interaktiver Produkte gemäß den relevanten Usability-Normen anzuwenden.
Weitere Details zur Weiterbildung sind unter https://s.fhg.de/usability-engineer verfügbar.



















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