Erweiterte Kinderbetreuung steigert Mütter-Einkommen und fördert Vollzeitbeschäftigung deutlich.

Erweiterte Kinderbetreuung steigert Mütter-Einkommen und fördert Vollzeitbeschäftigung deutlich.

Erweiterung der Kinderbetreuung steigert das Einkommen von Müttern signifikant

Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass der seit Mitte der 2000er Jahre erfolgte Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren zu einer deutlichen Verbesserung der Erwerbssituation von Müttern geführt hat. Insbesondere sind höhere Arbeitseinkommen, eine verstärkte Vollzeitbeschäftigung sowie eine bessere Integration in besser bezahlte Arbeitsverhältnisse zu verzeichnen. Für den Zeitraum ab 2007 lassen sich rund 56 Prozent des Rückgangs der Erwerbseinbußen von Müttern auf den Ausbau der Kinderbetreuung zurückführen.

Reduzierung von Erwerbs- und Einkommenseinbußen nach der Geburt

Der Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten für unter Dreijährige trägt dazu bei, dass Mütter nach der Geburt seltener Einkommenseinbußen erleiden und häufiger erwerbstätig bleiben. In Regionen mit starkem Ausbau der Kindertagesstätten fallen die durchschnittlichen Einkommenseinbußen in den ersten drei Jahren nach der Geburt um etwa einen Prozentpunkt geringer aus. Gleichzeitig steigt die Betreuungsquote um 20 Prozentpunkte, während sich die Einkommenseinbußen um circa 4,5 Prozentpunkte verringern.

Langfristige positive Effekte auf die Erwerbstätigkeit

Die Vorteile des frühkindlichen Betreuungsangebots wirken über die unmittelbare Nutzungsphase hinaus. Laut IAB-Forscherin Lisa-Marie Duletzki führt die Betreuung dazu, dass Mütter langfristig häufiger in Vollzeit arbeiten und seltener geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, wie Minijobs, annehmen.

Regionale Unterschiede und Nachfragedynamik

Die stärksten Effekte des Betreuungsausbaus zeigen sich in Regionen, in denen Mütter vor dem Ausbau häufig ihre Erwerbstätigkeit reduzierten oder langfristig hohe Einkommenseinbußen verzeichneten. Diese Gebiete wiesen zuvor niedrigere Betreuungsquoten auf, was darauf hindeutet, dass die Erwerbstätigkeit von Müttern dort besonders durch begrenzte Betreuungsangebote eingeschränkt war und der Ausbau auf eine hohe Nachfrage traf.

Beitrag zur Verringerung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten

Frühkindliche Betreuung stellt ein wirksames Instrument der Familien- und Arbeitsmarktpolitik dar, um langfristig geschlechtsspezifische Unterschiede im Erwerbsleben zu reduzieren. Aufgrund des weiterhin bestehenden Mangels an Betreuungsplätzen besteht nach wie vor ein erhebliches Potenzial, Erwerbs- und Einkommenseinbußen nach der Geburt durch den Ausbau von Betreuungsangeboten zu minimieren.

Methodik der Studie

  • Untersuchungszeitraum: Frauen, die zwischen 2001 und 2014 ihr erstes Kind bekamen und vor der Geburt erwerbstätig waren
  • Stichprobengröße: Ca. 240.000 Mütter pro Geburtsjahrgang
  • Analyse basiert auf regional unterschiedlichen Ausbauschüben der U3-Betreuung
  • Vergleich von Kreisen mit unterschiedlichen Ausbaustarts zur Bestimmung kausaler Effekte
  • Ziel: Minimierung von Verzerrungen durch regionale Unterschiede, die fälschlich dem Kitaausbau zugeschrieben werden könnten

Die vollständige Studie steht unter folgendem Link zur Verfügung: https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-15.pdf.

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