Erwerbsbiografien: Beschäftigte wechseln im Laufe des Arbeitslebens häufig den Arbeitgeber
Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass Arbeitnehmer im Verlauf ihres Erwerbslebens selten ausschließlich für einen einzigen Arbeitgeber tätig sind. Insbesondere jüngere Beschäftigte im Alter von 25 bis 34 Jahren sowie Personen in der mittleren Erwerbsphase arbeiten durchschnittlich für 2,7 verschiedene Arbeitgeber. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit der Arbeitgeberwechsel ab: Beschäftigte zwischen 50 und 60 Jahren sind im Durchschnitt bei 1,8 unterschiedlichen Arbeitgebern beschäftigt.
Arbeitgeberwechsel in verschiedenen Lebensphasen
- Weniger als 40 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 35 bis 49 Jahren sind während dieser Phase durchgehend bei nur einem Arbeitgeber angestellt.
- 23 % arbeiten in diesem Zeitraum bei zwei Arbeitgebern, 29 % bei drei bis fünf Arbeitgebern.
- Etwa 9 % weisen sechs oder mehr verschiedene Arbeitgeber auf, was auf einen eher unsteten Erwerbsverlauf hindeutet.
Dana Müller, Leiterin des Forschungsdatenzentrums am IAB, betont, dass ein durchgehendes Arbeitsverhältnis von der Ausbildung bis zur Rente historisch betrachtet eher die Ausnahme darstellt.
Beschäftigungsdauer als Indikator für Erwerbsstabilität
Die Analyse berücksichtigt neben der Anzahl der Arbeitgeber auch die Dauer sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung als Maß für die Stabilität der Erwerbsbiografie. In der frühen Erwerbsphase liegt der durchschnittliche Beschäftigungsanteil bei 59 %, in der mittleren Phase steigt dieser auf 67 % und erreicht in der späten Erwerbsphase 73 %.
Unterschiede nach Geschlecht und Region
- Frauen arbeiten in allen Erwerbsphasen seltener für mehrere Arbeitgeber als Männer.
- Männer in Ostdeutschland wechseln insgesamt am häufigsten den Arbeitgeber.
Die Ursachen für einen Arbeitgeberwechsel sind vielfältig. Neben Kündigungen oder befristeten Arbeitsverhältnissen können auch Chancen wie Gehaltssteigerungen ein Motiv darstellen, erläutert IAB-Forscher Philipp vom Berge.
Datengrundlage der Studie
Die Untersuchung basiert auf der Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien und umfasst Personen, die zwischen 1975 und 2023 mindestens einmal sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt waren, Leistungen nach den Rechtskreisen SGB III oder SGB II bezogen oder arbeitssuchend gemeldet waren. Für die Auswertung wurden ausschließlich Zeiten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung berücksichtigt.
Die vollständige Studie ist verfügbar unter: https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-14.pdf


















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Die Studie verdeutlicht einen Wandel in der Arbeitskultur. Häufige Arbeitgeberwechsel sind normal geworden. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, die Stabilität und Entwicklung fördern!
Offener Brief:
Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass Wandel im Berufsleben kein Mangel, sondern eine Chance ist. Junge Arbeitnehmer suchen nicht nur Stabilität, sondern auch Entwicklung. Das sollte Arbeitgeber motivieren, attraktive Arbeitsumfelder zu schaffen!