Deutsche Erwartungen an WM 2026 gedämpft: Nur 20% glauben an Titelgewinn, Favoritenstatus der Mannschaft schwächer als zuvor.

Deutsche Erwartungen an WM 2026 gedämpft: Nur 20% glauben an Titelgewinn, Favoritenstatus der Mannschaft schwächer als zuvor.

WM-Studie 2026: Zurückhaltende Erwartungen der Deutschen auf den Titelgewinn

Eine aktuelle Untersuchung der Universität Hohenheim analysiert die Erwartungen der deutschen Bevölkerung an die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Die repräsentative Befragung mit 1.000 Teilnehmern beleuchtet neben sportlichen Prognosen auch Aspekte der Vermarktung, Mediennutzung und gesellschaftliche Einflüsse. Die Studie, die zum siebten Mal seit 2002 durchgeführt wurde, präsentiert ihre Ergebnisse in vier Teilen.

Favoritenstatus der deutschen Nationalmannschaft im Wandel

Obwohl die deutsche Mannschaft weiterhin als Favorit für den WM-Titel gilt, sind die Erwartungen insgesamt verhalten. Nur etwa 20 Prozent der Befragten rechnen mit einem Gewinn des Turniers, während über die Hälfte ein Ausscheiden spätestens im Viertelfinale prognostiziert. Im Vergleich zu den 2010er-Jahren hat die DFB-Auswahl an Favoritenstatus eingebüßt. Spanien und Frankreich werden von 19 beziehungsweise 18 Prozent der Befragten als Titelkandidaten gesehen, während Titelverteidiger Argentinien mit 4,7 Prozent nur zum erweiterten Favoritenkreis zählt.

Interesse an der WM steigt, Euphorie bleibt gedämpft

Das allgemeine Interesse an der WM hat sich im Vergleich zu 2022 erhöht, erreicht jedoch nicht das Niveau früherer Turniere. Ein größerer Anteil der Bevölkerung möchte möglichst viele Spiele verfolgen, ohne sich ausschließlich auf die deutsche Mannschaft zu konzentrieren. Die Sommerausrichtung der WM 2026 und die positive Wahrnehmung der Gastgeberländer tragen zu diesem Trend bei. Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, die keine Spiele sehen wollen, von 27 Prozent im Jahr 2022 auf rund 16 Prozent gesunken.

Spielerbewertungen und Trainerbewertung

  • Florian Wirtz wird als sympathischster Spieler wahrgenommen.
  • Joshua Kimmich führt das Ranking der leistungsstärksten Spieler an.
  • Weitere positive Bewertungen erhalten Kai Havertz, Leon Goretzka und Jonathan Tah.
  • Manuel Neuer war zum Befragungszeitpunkt nicht im Kader und wurde daher nicht bewertet.

Die vorzeitige Vertragsverlängerung von Bundestrainer Julian Nagelsmann wird von 43 Prozent der Befragten befürwortet, während etwa ein Viertel diese Entscheidung ablehnt. Rund ein Drittel äußert keine eindeutige Meinung. Nagelsmann wird insgesamt besser bewertet als sein Vorgänger Hansi Flick, liegt jedoch mit einem Durchschnittswert von 4,18 auf einer sechsstufigen Skala unter seinem Wert von 4,46 aus der Heim-EM 2024.

Kritische Haltung gegenüber neuem Turnierformat und Eventisierung

Die Befragten zeigen sich skeptisch gegenüber der neuen Struktur des WM-Turniers und den verstärkten Show-Elementen. Nur etwa ein Viertel erwartet positive Effekte auf Tourismus und Wirtschaft, und lediglich rund 20 Prozent prognostizieren eine nachhaltige Steigerung des Fußballinteresses in Nordamerika. Die zunehmende Eventisierung des Fußballs wird von vielen Fans kritisch bewertet.

Methodik der Studie

Die WM-Studie 2026 basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Umfrage, die zwischen dem 24. April und 10. Mai 2026 durchgeführt wurde. Die Stichprobe wurde hinsichtlich Alter, Geschlecht und Bundesland ausgewählt. Die Untersuchung wurde am Lehrstuhl für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Voeth durchgeführt. Seit 2001 begleitet der Lehrstuhl die FIFA-Weltmeisterschaften mit regelmäßigen Befragungen, die neben sportlichen Aspekten auch politische und gesellschaftliche Themen einbeziehen.

Kontaktinformationen

  • Prof. Dr. Markus Voeth
    Universität Hohenheim, Fachgebiet Betriebswirtschaftslehre, Marketing & Business Development
    Telefon: +49 (0)711 459 22925
    E-Mail: voeth@uni-hohenheim.de
  • M.Sc. Julius Schmid
    Universität Hohenheim, Fachgebiet Betriebswirtschaftslehre, Marketing & Business Development
    Telefon: +49 (0)711 459 22927
    E-Mail: julius.schmid@uni-hohenheim.de

Weitere Informationen

Details und weitere Pressemitteilungen der Universität Hohenheim sind unter https://www.uni-hohenheim.de/presse verfügbar.

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