Aktueller Ariadne-Report: Wärmepumpen gewinnen an Bedeutung
Im Jahr 2025 wurden Wärmepumpen erstmals zur am häufigsten neu installierten Heizungsart in Wohngebäuden. Diese Erkenntnis basiert auf dem Ariadne-Report, der im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Kopernikus-Projekts Ariadne erstellt wurde. Die Daten stammen aus dem „Wärme- & Wohnen-Panel“, das seit 2021 jährlich 15.000 Haushalte zu ihrer Heiz- und Wohnsituation befragt. Neben der Heiztechnik werden dabei auch energetische Maßnahmen, die finanzielle Belastung durch Energiekosten sowie Einstellungen zur CO2-Bepreisung erfasst.
Steigende Verbreitung von Wärmepumpen
Die Analyse zeigt, dass der Anteil der Haushalte, die im jeweiligen Jahr eine neue Wärmepumpe eingebaut haben, von 0,8 Prozent im Jahr 2021 auf 1,9 Prozent im Jahr 2024 anstieg und 2025 auf diesem Niveau blieb. Im Vergleich dazu sank der Anteil neu installierter Heizkessel, die überwiegend mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, von 3,0 Prozent im Jahr 2024 auf 1,4 Prozent im Jahr 2025.
Einfluss von Fördermaßnahmen und Klimawandel
Anton Knoche, Hauptautor der Studie und Forscher am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), weist darauf hin, dass die kontinuierliche Förderung von Wärmepumpen durch die Bundesregierung die Investitionsentscheidungen positiv beeinflusst. Zudem macht die integrierte Kühlfunktion moderner Wärmepumpen diese Technologie angesichts zunehmender Hitzeperioden attraktiver.
Entwicklung der Heizkosten
Der Report dokumentiert zudem eine allgemeine Abnahme der spezifischen Heizkosten pro Quadratmeter Wohnfläche von durchschnittlich 17,70 Euro im Jahr 2024 auf 17,00 Euro im Jahr 2025. Haushalte mit Wärmepumpen profitieren dabei am stärksten, mit Heizkosten von 12,20 Euro pro Quadratmeter und einem Rückgang von 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gas- und Ölheizungen verzeichneten moderate Kostenreduktionen von etwa 4 bis 5 Prozent. Einzig die Fernwärmekosten stiegen um 2,5 Prozent auf 20,90 Euro pro Quadratmeter und bleiben somit die teuerste Variante.
Akzeptanz der CO2-Bepreisung und Klimaschutz
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass lediglich 35 Prozent der Haushalte die CO2-Bepreisung unterstützen, während ein gleich großer Anteil dagegen ist und der Rest unentschieden bleibt. Gleichzeitig messen 77 Prozent der Befragten dem Klimaschutz eine hohe Bedeutung bei. Kathrin Kaestner vom RWI betont, dass trotz des Wunsches nach Klimaschutz Sorgen um die Kosten bestehen und Zweifel an der Wirksamkeit des CO2-Preises vorherrschen. Daraus folgt die Notwendigkeit einer klareren Kommunikation der Kosten und Nutzen sowie gezielter finanzieller Entlastungen für einkommensschwache Haushalte, um Klimaschutz und Bezahlbarkeit zu vereinen.
Politische Empfehlungen
Das Forschungsteam empfiehlt, die CO2-Bepreisung durch ergänzende Maßnahmen wie Kompensationen und Regulierungen zu unterstützen. Bereits frühere Ariadne-Reports haben gezeigt, dass ein Mix verschiedener politischer Instrumente sowohl die Effizienz als auch die Akzeptanz von Klimapolitik steigern kann. Insgesamt trägt die CO2-Bepreisung, trotz Kritik an den Mehrkosten, dazu bei, den Umstieg auf Wärmepumpen zu fördern und kann in Kombination mit flankierenden Maßnahmen ein wichtiger Hebel für die Wärmewende sein.
Kontaktinformationen
- Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
- Maria Bader, Leitung Kommunikation Ariadne
Telefon: +49 (0)30 3385537 365
E-Mail: ariadne-presse@pik-potsdam.de - Celine Koch, Kommunikation Ariadne
Telefon: +49 (0)30 3385537 361
E-Mail: ariadne-presse@pik-potsdam.de - Ariadne-Geschäftsstelle
E-Mail: ariadne-geschaeftsstelle@pik-potsdam.de
Quellenangabe
Anton Knoche, Kathrin Kaestner, Jan Büchel, Andreas Gerster, Manuel Frondel, Ralph Henger, Christian Oberst, Michael Pahle, Puja Singhal (2026): Fokusreport Wärme und Wohnen: Zentrale Ergebnisse aus dem Ariadne Wärme- & Wohnen-Panel 2025. Kopernikus-Projekt Ariadne, Potsdam.
Weiterführende Informationen
Weitere Details zum Projekt Ariadne finden Sie unter https://ariadneprojekt.de/. Folgen Sie dem Projekt auch auf Bluesky unter @ariadneprojekt.bsky.social sowie auf LinkedIn unter @Kopernikus-Projekt Ariadne.




















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