Großbetriebe dominieren Ausbildung: Rückgang der Auszubildenden in Kleinstbetrieben auf historischen Tiefpunkt

Großbetriebe dominieren Ausbildung: Rückgang der Auszubildenden in Kleinstbetrieben auf historischen Tiefpunkt

Ausbildung in Großbetrieben gewinnt an Bedeutung gegenüber Kleinstbetrieben

Die Differenz zwischen der Anzahl der Auszubildenden in Großbetrieben und Kleinstbetrieben (mit bis zu 9 Beschäftigten) vergrößert sich kontinuierlich. Während im Jahr 2011 noch 20,6 % der Auszubildenden in Kleinstbetrieben und 25,9 % in Großbetrieben tätig waren, sank der Anteil der Auszubildenden in Kleinstbetrieben bis zum Jahreswechsel 2025/26 auf 13,4 %. Gleichzeitig stieg der Anteil in Großbetrieben auf 32,2 % an. Diese Entwicklung erschwert es immer mehr Kleinstbetrieben, ihren Fachkräftebedarf durch eigene Berufsausbildung zu decken. Dabei machen Kleinstbetriebe mit 83,3 % den größten Anteil aller Unternehmen aus.

Steigende Auszubildendenzahlen in der gewerblichen Wirtschaft und den Freien Berufen

Seit vier Jahren ist ein kontinuierlicher Anstieg der Auszubildendenzahlen in der gewerblichen Wirtschaft sowie in den Freien Berufen zu verzeichnen. Ende Dezember 2025 befanden sich etwa 1,53 Millionen junge Erwerbstätige in einem Ausbildungsverhältnis.

Dr. André Pahnke erläutert: „Diese positive Entwicklung kommt jedoch nicht den Kleinstbetrieben zugute, die mit über 83 % den größten Unternehmensanteil stellen. Seit 15 Jahren nimmt die Zahl der Auszubildenden in Betrieben mit bis zu 9 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stetig ab. Im Gegensatz dazu steigt die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Großbetrieben.“ Zum Jahreswechsel 2025/26 waren lediglich 13,4 % der Auszubildenden in Kleinstbetrieben beschäftigt, während Großbetriebe 32,2 % ausmachten. Im Jahr 2011 lagen diese Werte noch bei 20,6 % beziehungsweise 25,9 %.

Verteilung der Auszubildenden auf Betriebsgrößen

In kleinen Betrieben mit 10 bis 49 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind 27,1 % der Auszubildenden tätig, in mittleren Betrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten 27,4 %. Zusammengenommen stellen Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe mit 67,8 % weiterhin den Großteil der Ausbildungsplätze.

Herausforderungen für Kleinstbetriebe bei der Gewinnung von Auszubildenden

Der Rückgang der Auszubildendenzahlen in Kleinstbetrieben ist nicht zwangsläufig auf eine geringere Ausbildungsbereitschaft zurückzuführen. Häufig bieten diese Betriebe nur einen einzigen Ausbildungsplatz an. Bleibt dieser unbesetzt, werden sie in der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit nicht mehr als Ausbildungsbetrieb erfasst, was den Eindruck einer abnehmenden Ausbildungsaktivität erweckt.

Eine frühere Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn zeigt zudem, dass Kleinstbetriebe zunehmend Schwierigkeiten haben, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Insbesondere für Kandidaten mit guten bis sehr guten Qualifikationen sind diese Unternehmen weniger attraktiv. Dies birgt die Gefahr, dass Kleinstbetriebe langfristig ihren Fachkräftebedarf nicht mehr durch eigene Ausbildung decken können.


Weiterführende Informationen

Statistiken zu Auszubildenden im Mittelstand – IfM Bonn


Bilder

Großbetriebe dominieren Ausbildung: Rückgang der Auszubildenden in Kleinstbetrieben auf historischen Tiefpunkt

Verteilung der Auszubildenden auf die einzelnen Betriebsgrößenklassen

Quelle: IfM Bonn

2 thoughts on “Großbetriebe dominieren Ausbildung: Rückgang der Auszubildenden in Kleinstbetrieben auf historischen Tiefpunkt

  1. Oh, wie erstaunlich! Kleinstbetriebe haben es geschafft, die Jugend abzuschrecken – mit all ihren fesselnden Ausbildungsplätzen! Warum sollte man sich bei einem kleinen Betrieb wohl bewerben, wenn man auch in einem riesigen Konzern versauern kann? Genial!

  2. Der Beitrag verdeutlicht eine besorgniserregende Tendenz: Kleinstbetriebe verlieren zunehmend an Bedeutung in der Ausbildung. Die Differenz zu Großbetrieben wächst, was langfristige Folgen für den Fachkräftemangel haben könnte.

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