Gestiegene Kreditkosten drücken Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe: Rückgang um 5% bis 2025, besonders betroffen sind kapitalintensive Branchen

Gestiegene Kreditkosten drücken Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe: Rückgang um 5% bis 2025, besonders betroffen sind kapitalintensive Branchen

Auswirkungen gestiegener Kreditkosten auf die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe

Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass die seit 2024 rückläufige Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe maßgeblich durch stark gestiegene Kreditkosten beeinflusst wird. Besonders betroffen sind dabei kapitalintensive Branchen mit einem hohen Verschuldungsgrad.

Beschäftigungsentwicklung seit 2024

Nach dem Abklingen der Pandemie stabilisierte sich die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe zunächst. Im Jahr 2024, als die Kreditkosten mit über fünf Prozent ihren Höchststand erreichten, begann jedoch ein anhaltender Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Im Jahr 2025 lag die Beschäftigung fast fünf Prozent unter dem Niveau von 2020.

Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am IAB, erläutert: „Neben Energiepreisen und Zöllen wirken sich insbesondere die hohen Kreditkosten stark belastend auf die Industrie aus. Dies ist auf die hohe Kapitalintensität und die Abhängigkeit von fremdfinanzierten Investitionen zurückzuführen.“

Zusammenhang zwischen Verschuldung und Beschäftigungsrückgang

Die Analyse verdeutlicht, dass Beschäftigungsrückgänge vor allem in Branchen mit hohem Verschuldungsgrad und starker Fremdfinanzierung auftreten. Ein Anstieg des Verschuldungsgrads um zehn Prozentpunkte korreliert mit einem Rückgang der Beschäftigung um 5,4 Prozent.

Zwischen 2022 und 2025 fiel der Beschäftigungsrückgang in stärker verschuldeten Branchen um 4,7 Prozentpunkte höher aus als in Branchen mit geringerer Verschuldung. Davon sind 3,3 Prozentpunkte beziehungsweise rund 107.000 Arbeitsplätze direkt auf den Verschuldungsgrad zurückzuführen.

Einfluss finanzieller Rahmenbedingungen

Selbst bei Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Energieintensität und Beschäftigungstrends vor der Corona-Pandemie bleibt der Einfluss der finanziellen Rahmenbedingungen auf die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe signifikant. Außerhalb dieses Sektors ist der Effekt hingegen vergleichsweise gering, wie IAB-Forscher Ahmet Ali Taskin betont.

Hintergrund der Zinsentwicklung

Die Europäische Zentralbank verschärfte ab Juli 2022 ihre Geldpolitik deutlich, um dem durch den Ukraine-Krieg verstärkten Inflationsdruck, insbesondere bei Energiepreisen, entgegenzuwirken. Infolgedessen stiegen die Zinsen für Unternehmenskredite von knapp über einem Prozent auf über fünf Prozent Ende 2023 an.

Weiterführende Informationen

Die vollständige Studie steht im IAB-Forum zur Verfügung: https://iab-forum.de/gestiegene-kreditkosten-belasten-die-beschaeftigungsentwicklung-in-teilen-des-verarbeitenden-gewerbes-erheblich/

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