ESG-Kriterien im Immobiliensektor: Kostenfaktor oder strategischer Werttreiber?
Masterarbeit einer ISM-Absolventin in der Reihe „Springer Best Masters“ veröffentlicht
München, 03.08.2026 – Die Frage, ob ESG-Maßnahmen (Environmental, Social, Governance) im Immobilienbereich wirtschaftlich rentabel sind oder hauptsächlich als Kostentreiber fungieren, steht im Mittelpunkt der Masterarbeit von Nika Zora Sachs. Die Absolventin des Studiengangs „Real Estate Management“ an der International School of Management (ISM) hat ihre Untersuchung unter dem Titel „Modellierung des Zusammenhangs von ESG-Kriterien und ausgewählten Finanzkennzahlen – eine qualitative Studie“ veröffentlicht.
Untersuchungsgegenstand und Methodik
Die Arbeit analysiert, wie ESG-Maßnahmen die finanzielle Performance von Immobilien beeinflussen. Dabei wird die Frage gestellt, ob ESG lediglich Kosten verursacht oder als strategisches Instrument zur Wertsteigerung genutzt werden kann. Im Gegensatz zu üblichen Ansätzen, die auf aggregierten ESG-Ratings basieren, entwickelte Sachs ein eigenes Wirkungsmodell, das einzelne ESG-Maßnahmen den zentralen finanziellen Kennzahlen gegenüberstellt. So lässt sich nachvollziehen, welche Maßnahmen welche Kennzahlen und in welchem Ausmaß beeinflussen.
Für die Untersuchung wurden qualitative Experteninterviews durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.
Zentrale Ergebnisse der Studie
- Die Wirkung von ESG-Maßnahmen ist nicht einheitlich und variiert je nach Bereich.
- Maßnahmen im Bereich „Klimaschutz und Energie“ zeigen durchgängig positive Effekte auf verschiedene finanzielle Kennzahlen und verbessern die wirtschaftliche Performance von Immobilien deutlich.
- Initiativen in den Bereichen „Ressourcen und Material“ sowie „Fläche und Biodiversität“ wirken sich nur geringfügig positiv auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus.
- Soziale und Governance-Maßnahmen weisen eine schwächere, jedoch über die Kennzahlen hinweg konsistent positive Wirkung auf.
„Die finanzielle Wirkung von ESG-Maßnahmen hängt maßgeblich vom jeweiligen Maßnahmenfeld, der Assetklasse sowie der betrachteten Kennzahlengruppe ab“, fasst Sachs zusammen. „Je besser die Effekte quantifizierbar und kommunizierbar sind, desto deutlicher wird ihr wirtschaftlicher Nutzen.“ Das entwickelte Modell bietet Entscheidungsträgern eine strukturierte Grundlage zur Bewertung der finanziellen Auswirkungen von ESG-Maßnahmen auf Immobilien.
Bewertung durch die Fachbetreuung
Prof. Dr. Dieter Schlesinger, Leiter des Masterstudiengangs Real Estate Management und Betreuer der Arbeit, betont die Bedeutung solcher Forschungsarbeiten: „Der Wettbewerb ermöglicht es, herausragende Masterarbeiten zu würdigen und einem breiteren Fachpublikum zugänglich zu machen. Die von mir empfohlenen Kandidaten zeichnen sich durch exzellente wissenschaftliche Arbeit zu gesellschaftlich relevanten Themen aus. Im vorliegenden Fall überzeugt die Arbeit durch eine brillante und fesselnde Darstellung der Experteninterviews.“




















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