Insolvenzen sinken in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Saarland – Anstieg in anderen Bundesländern bleibt stark sichtbar.

Insolvenzen sinken in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Saarland – Anstieg in anderen Bundesländern bleibt stark sichtbar.

Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Saarland

Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn) in den Bundesländern Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Saarland einen Rückgang der Insolvenzanträge im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Demgegenüber stiegen die Insolvenzanträge in Bremen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hessen und Brandenburg zweistellig an.

Entwicklung der Insolvenzanträge und betroffenen Beschäftigten

Die Gesamtzahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen erhöhte sich im ersten Halbjahr 2026 auf etwa 12.800 Fälle, was einem Anstieg von 6,7 % entspricht. Im Vergleich dazu lag die Zuwachsrate im ersten Halbjahr 2025 noch bei 12,2 %, sodass sich das Wachstum deutlich verlangsamt hat. Hauptsächlich sind Kleinstunternehmen für den Anstieg verantwortlich. Gleichzeitig sank die Zahl der von Insolvenzen betroffenen Beschäftigten um rund zehn Prozent auf 83.000 Personen. Die ausstehenden Forderungen reduzierten sich um ein Drittel auf 18,5 Millionen Euro.

Branchenbezogene Entwicklungen

  • Deutliche Zunahmen bei Insolvenzen gab es insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, Wasserversorgung sowie Abwasser- und Abfallentsorgung, Bergbau sowie Erziehung und Unterricht.
  • Rückgänge wurden in den Wirtschaftszweigen „Sonstige personennahe Dienstleistungen“, „Verarbeitendes Gewerbe“ sowie „Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ registriert.

Regionale Unterschiede und Insolvenzen im Unternehmenskontext

Während in Bremen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hessen und Brandenburg zweistellige Zuwachsraten bei Insolvenzen zu verzeichnen waren, gingen die Antragszahlen in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Saarland zurück.

Insolvenzen bleiben insgesamt eine vergleichsweise seltene Ursache für Unternehmensschließungen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 12.800 Insolvenzanträge gestellt, während 127.000 gewerbliche Unternehmen ihre Tätigkeit einstellten. Zudem stehen Unternehmen spezielle Sanierungsverfahren im Insolvenzrecht zur Verfügung, die vor allem von größeren Kapital- und Personengesellschaften genutzt werden.

Weiterführende Informationen

Die ausführliche Statistik zu Unternehmensinsolvenzen ist auf der Webseite des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn abrufbar: www.ifm-bonn.org/statistiken/gruendungen-und-unternehmensschliessungen/unternehmensinsolvenzen

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