Sichere Wohnmöglichkeiten: „SieWo“-Projekt unterstützt 30 Frauen und Kinder im Kampf gegen häusliche Gewalt mit erfolgreicher Wohnraumvermittlung.

Sichere Wohnmöglichkeiten: „SieWo“-Projekt unterstützt 30 Frauen und Kinder im Kampf gegen häusliche Gewalt mit erfolgreicher Wohnraumvermittlung.

Sichere Wohnmöglichkeiten als Grundlage für nachhaltigen Schutz vor Gewalt

Das Verbundprojekt „SieWo – Sie wohnt gewaltfrei“ hat in den vergangenen 18 Monaten 30 Frauen und ihre Kinder dabei unterstützt, sicheren Wohnraum zu finden. Bei der Abschlussveranstaltung am 10. Juni 2026 präsentierten die beteiligten Partner die erzielten Ergebnisse sowie daraus abgeleitete Empfehlungen.

Langfristige Wohnperspektiven als wesentlicher Bestandteil des Gewaltschutzes

Der Schutz vor häuslicher Gewalt endet nicht mit dem Verlassen von Frauen- und Kinderschutzeinrichtungen. Erst durch eine gesicherte und dauerhafte Wohnsituation können Betroffene ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben aufbauen. Das Projekt „SieWo“ hat dies eindrucksvoll bestätigt. Im Rahmen des Vorhabens konnten 30 Frauen und ihre Kinder entweder direkt in eigenen Wohnraum vermittelt werden oder durch Beratungsangebote eine sichere Wohnung finden. Zudem wurde durch eine gezielte Kommunikationskampagne eine Kooperationsvereinbarung mit Leipziger Wohnungsunternehmen etabliert, die dauerhafte Vermittlungsstrukturen sicherstellt.

Wohnraumvermittlung als integraler Bestandteil des Hilfesystems

Eine der zentralen Herausforderungen im Gewaltschutzsystem ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der dazu führt, dass viele Betroffene länger als notwendig in Schutzunterkünften verbleiben müssen. Das Projekt setzte hier an, indem es Wohnungsunternehmen aktiv ansprach und durch eine Kampagne sensibilisierte. Ergänzt wurde dies durch individuelle Beratung der Betroffenen sowie eine wissenschaftliche Begleitung durch die HTWK Leipzig. Die Ergebnisse zeigen, dass eine gezielte Wohnraumvermittlung nicht nur den Betroffenen hilft, sondern auch die Kapazitäten in Schutzunterkünften entlastet, indem sie den Verbleib auf das notwendige Maß reduziert.

Erfolgsfaktoren der Wohnraumvermittlung

  • Gezielte Ansprache von Wohnungsunternehmen mit passenden Angeboten ist entscheidend für die Vermittlungserfolge.
  • Die Sensibilisierung von Vermietern erhöht die Kooperationsbereitschaft erheblich.
  • Persönliche Kontakte und verlässliche Partnerschaften stärken das Vertrauen und erleichtern die Vermittlungsprozesse.

Herausforderungen bei der Verstetigung

Mit dem Abschluss des Projekts endet die Förderung durch den Freistaat Sachsen und den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+). Die Projektpartner warnen davor, dass der Wegfall des Unterstützungsangebots zu längeren Aufenthalten in Schutzeinrichtungen, einer höheren Belastung der Beratungsstellen sowie einer Zunahme abgewiesener Schutzsuchender führen könnte. Dr. Friederike Frieler von der HTWK Leipzig betont: „Nachhaltiger Gewaltschutz ist nur möglich, wenn sichere Wohnperspektiven gewährleistet sind.“

Veröffentlichung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen

Die wesentlichen Erkenntnisse und Empfehlungen für Politik, Wohnungswirtschaft und Gewalthilfeeinrichtungen wurden in einer Abschlussbroschüre zusammengefasst. Diese steht online zum Download bereit, gedruckte Exemplare können über das Projektkontaktformular angefordert werden.

Weiterführende Informationen


Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

Dr. Friederike Frieler
HTWK Leipzig, Interdisziplinäre Forschungsstelle Sicheres Wohnen und häusliche Gewalt (HOME)
Telefon: +49 341 3076-3146
E-Mail: friederike.frieler@htwk-leipzig.de


Originalpublikation

Abschlussbroschüre des Projekts SieWo (PDF)

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