Rückgang bei Ausbildungsstellenangebot und Übernahmen trotz hoher Zahl unbesetzter Stellen
Im Jahr 2025 ist die Übernahmequote von Auszubildenden auf 75 Prozent gefallen, nachdem sie im Jahr 2024 mit 79 Prozent einen Höchstwert erreicht hatte. Gleichzeitig sank der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze auf 30 Prozent, was einen Rückgang von fünf Prozentpunkten gegenüber den beiden Vorjahren bedeutet, jedoch weiterhin ein hohes Niveau darstellt. Zudem verringerte sich das betriebliche Ausbildungsplatzangebot. Diese Entwicklungen spiegeln die weiterhin schwache wirtschaftliche Lage in Deutschland wider, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt.
Unterschiedliche Übernahmequoten je Branche
Die höchsten Übernahmequoten verzeichneten Auszubildende in den Bereichen Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Abfallwirtschaft sowie im Finanz- und Versicherungswesen und der öffentlichen Verwaltung, wo etwa 90 Prozent der Auszubildenden übernommen wurden. Demgegenüber lag die Übernahmequote in der Land- und Forstwirtschaft bei lediglich 44 Prozent, gefolgt von personenbezogenen Dienstleistungen mit 52 Prozent, was die niedrigsten Werte unter den Branchen darstellt.
Im verarbeitenden Gewerbe wurden 2025 rund 77 Prozent der Auszubildenden übernommen, wobei die Quote im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte sank. Die Nichtbesetzungsquote in diesem Sektor blieb mit 29 Prozent hoch, zeigte jedoch einen stärkeren Rückgang als im Gesamtdurchschnitt aller Betriebe. Das Baugewerbe wies erneut mit 49 Prozent die höchste Quote unbesetzter Ausbildungsplätze auf.
Rückläufige Ausbildungsbeteiligung der Betriebe
Die Beteiligung der Betriebe an der Ausbildung ging leicht zurück: 55 Prozent der ausbildungsberechtigten Unternehmen und 29 Prozent aller Betriebe bildeten 2025 aus. Die unsichere wirtschaftliche Situation trägt zu dieser Zurückhaltung bei. IAB-Forscherin Ute Leber erläutert, dass negative oder unsichere Geschäftserwartungen insbesondere im verarbeitenden Gewerbe zu einer vorsichtigeren Haltung bei Übernahmen und dem Abschluss neuer Ausbildungsverträge führen.
Ausblick und Herausforderungen
Angesichts der verschlechterten Wirtschaftsaussichten infolge des Iran-Kriegs könnte das Interesse der Betriebe an Ausbildungsplätzen im kommenden Jahr weiter abnehmen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge könnte dann sogar unter das Tief von 2020 fallen. IAB-Forscherin Barbara Schwengler weist darauf hin, dass trotz einer steigenden Zahl von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz die Nichtbesetzungsquote hoch bleiben dürfte. IAB-Direktor Bernd Fitzenberger betont die Notwendigkeit, Jugendliche und Unternehmen besser zu vernetzen, um einem weiteren Einbruch am Ausbildungsmarkt entgegenzuwirken.
Methodik der Studie
Die Ergebnisse basieren auf dem IAB-Betriebspanel, einer repräsentativen jährlichen Befragung von rund 15.000 Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen. Die vollständige Studie sowie die zugrundeliegenden Daten sind unter folgendem Link verfügbar: https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-13.pdf.
- Datum der Veröffentlichung: 06. August 2026
- Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)



















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