Transparenz in Lieferketten: Verbraucher fordern Ehrlichkeit – positive Effekte trotz gemischter Ergebnisse erwartet.

Transparenz in Lieferketten: Verbraucher fordern Ehrlichkeit – positive Effekte trotz gemischter Ergebnisse erwartet.

Studie zu Lieferketten: Konsumenten fordern Transparenz – Wird diese auch honoriert?

Eine aktuelle Untersuchung der Kühne Logistics University (KLU) in Kooperation mit der University of Tennessee und der Tilburg University, veröffentlicht im Journal of Business Logistics, analysiert die Auswirkungen von Transparenz in Lieferketten auf das Vertrauen der Verbraucher. Die Studie zeigt, dass Transparenz das Vertrauen stärkt, sofern die Ergebnisse positiv sind. Überraschenderweise empfehlen die Forschenden Unternehmen jedoch, auch gemischte Ergebnisse offen zu legen, anstatt Informationen zurückzuhalten.

Wachsende Bedeutung sozialer Verantwortung bei Konsumenten

Das Bewusstsein der Verbraucher für ethische Aspekte bei der Produktherstellung nimmt zu. Dabei stehen faire Bezahlung und menschenwürdige Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette im Fokus. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet Unternehmen, entsprechende Prüfungen durchzuführen und Ergebnisse zu veröffentlichen, jedoch ohne vollständige Detailtiefe. Dies führt bei Unternehmen zu Unsicherheiten, wie umfassend die Offenlegung, insbesondere negativer Aspekte, sein sollte.

Risiken der vollständigen Offenlegung aus Unternehmenssicht

Unternehmen befürchten, dass die Veröffentlichung negativer Informationen öffentliche Kritik, Umsatzeinbußen oder strengere Kontrollen nach sich ziehen könnte, insbesondere wenn die Umsetzung der LkSG-Anforderungen noch nicht abgeschlossen ist. „Positive Informationen fördern Fairness und Vertrauen“, erläutert Prisca Brosi, Professorin für Human Resource Management an der KLU. Negative Informationen werden hingegen oft als Risiko wahrgenommen.

Realistische Kommunikation wird von Konsumenten geschätzt

Die Studie zeigt jedoch, dass gemischte Offenlegungen differenziert bewertet werden. Zwar mindern Mängel die wahrgenommene Fairness, gleichzeitig erzeugt die ehrliche Darstellung des gesamten Prozesses Vertrauen und fördert positive Mundpropaganda. „Unternehmen sollten den Mut haben, auch gemischte Ergebnisse zu veröffentlichen“, so Brosi. „Ehrliche Signale werden honoriert und sind besser als vollständiges Schweigen.“

Untersuchungsmethode: Simulation einer E-Commerce-Produktseite

Zur Überprüfung ihrer Hypothese führten Prof. Emily C. Dickey (University of Tennessee), Prof. Dr. Prisca Brosi (KLU) und Prof. Jan Fransoo (Tilburg University) zwei Studien durch, basierend auf der Signaltheorie. Rund 780 US-amerikanische Teilnehmer im Alter von 19 bis 66 Jahren bewerteten die Produktseite eines fiktiven Bekleidungsunternehmens. Eine Studie verglich Reaktionen auf ausschließlich positive Informationen mit solchen ohne Angaben. Die zweite Studie untersuchte die Wirkung einer Kombination aus positiven und negativen Informationen. Das Ergebnis: Die gemischten Informationen führten zu einer insgesamt positiven Bewertung, da Vertrauen und Mundpropaganda gestärkt wurden.

Quellenangaben

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