Studie offenbart: Deutsche Unternehmen wollen innovativ sein, kämpfen aber mit strukturellen Herausforderungen und Datenmangel.

Studie offenbart: Deutsche Unternehmen wollen innovativ sein, kämpfen aber mit strukturellen Herausforderungen und Datenmangel.

Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen: Analyse und Handlungsbedarf

Eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung in Zusammenarbeit mit dem German Design Council beleuchtet die Innovationskraft deutscher Unternehmen und identifiziert wesentliche Entwicklungspotenziale. Die Studie »German Innovation Spotlight 2026« basiert auf einer Online-Befragung von rund 200 Teilnehmern aus den Bereichen verarbeitendes Gewerbe, IT- und Softwarebranche sowie Dienstleistungssektor. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO war an der technischen Umsetzung beteiligt.

Innovationsbereitschaft und strukturelle Herausforderungen

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Innovationswille in deutschen Unternehmen hoch ist: Über 80 Prozent streben aktiv nach Innovationen, knapp 85 Prozent bewerten Innovation als wichtig oder überlebenswichtig. Etwa drei Viertel haben Innovation in ihre Unternehmensstrategie integriert. Dennoch bestehen Defizite bei der systematischen Steuerung von Innovationsprozessen. Nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzt klar definierte Prozesse zur Innovationssteuerung, und rund ein Drittel arbeitet mit Kennzahlen. Häufig fehlen eine belastbare Datenbasis sowie systematische Methoden, um Innovationspotenziale nachhaltig zu realisieren. Dies zeigt sich insbesondere beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Innovationsmanagement.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als Treiber

Technologische Entwicklungen wie Digitalisierung, maschinelles Lernen und KI gewinnen zunehmend an Bedeutung für die Innovationsfähigkeit. Laut Studie haben 94 Prozent der befragten Unternehmen Digitalisierungsmaßnahmen zumindest teilweise umgesetzt. KI wird von fast 70 Prozent bereits in der Ideengenerierung und Konzeptentwicklung eingesetzt. Allerdings bestehen Defizite hinsichtlich Datenqualität, Standardisierung und Datenzugänglichkeit. Nur etwa ein Drittel der Unternehmen bewertet ihre Datenbasis als ausreichend. Eine solide Dateninfrastruktur ist entscheidend, um KI-basierte Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Prof. Dr.-Ing. Sven Schimpf, Geschäftsführer des Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung, betont, dass es darauf ankomme, Innovationsinitiativen zu belastbaren Systemen zu entwickeln, die Geschwindigkeit, Technologie, Daten und Nutzerorientierung vereinen.

Entwicklungspotenziale in Nachhaltigkeit, Qualifizierung und Entscheidungsprozessen

Die Studie identifiziert erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Mitarbeiterschulung und Entscheidungsfindung. Nur 28 Prozent der Unternehmen haben Nachhaltigkeit fest in ihrer Innovationsstrategie verankert. Effektive Innovationsprozesse erfordern klare Strukturen, die Orientierung bieten und schnelle Entscheidungen ermöglichen, sowie eine Führung, die diese Strukturen unterstützt. Innovationsfähigkeit entsteht demnach nicht allein durch kreative Ideen, sondern durch integrierte Systeme, die Strategie, Daten, Prozesse, Kompetenzen und Design miteinander verknüpfen.

Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung: Expertise und Unterstützung

Der Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung bündelt die Kompetenzen von fünf Fraunhofer-Instituten mit über 1200 Mitarbeitenden. Er unterstützt Unternehmen bei Prozess- und Transformationsvorhaben und bietet ein umfangreiches Spektrum an Innovationsmethoden. Die vorliegende Studie wurde in Kooperation mit dem German Innovation Award des German Design Council erstellt.


Kontakt für wissenschaftliche Anfragen

Prof. Dr.-Ing. Sven Schimpf
Geschäftsführer
Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung
Nobelstr. 12
70569 Stuttgart
Telefon: +49 711 970-2457
E-Mail: sven.schimpf@innovation.fraunhofer.de


Originalpublikation

https://doi.org/10.24406/publica-8379

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