Interview zur Industrie 4.0: „Deutschlands wertvollster Rohstoff schlummert noch ungenutzt“
Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark von der Technischen Universität Berlin erläutert im Gespräch, weshalb ungenutzte industrielle Daten, neue Kooperationen und mehr Risikobereitschaft entscheidend für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland sind.
Herausforderungen und Potenziale der deutschen Industrie im KI-Zeitalter
Die Sicherung und Weiterentwicklung der Innovationskraft der deutschen Industrie zählt aktuell zu den wichtigsten Themen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Künstliche Intelligenz (KI) wird dabei als zentrale Schlüsseltechnologie angesehen. Die Frage lautet, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit Deutschland seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit auch künftig behaupten kann.
Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark, Leiter des Fachgebiets Industrielle Informationstechnik an der TU Berlin und stellvertretender Sprecher im Forschungsbeirat Industrie 4.0 der Akademie der Technikwissenschaften acatech, gibt im Interview Einblicke in diese Fragestellungen.
Daten als ungenutzter Rohstoff
Stark betont, dass Deutschlands bedeutendster Rohstoff in den umfangreichen Datenbeständen der Industrie verborgen liegt. Diese Informationen sind jedoch häufig in isolierten Datenbanken und Servern gespeichert, wodurch sie für KI-Anwendungen kaum nutzbar sind. Er plädiert dafür, diese „Datenkeller“ aufzubrechen und den Zugang zu industriellen Daten sowohl innerhalb von Unternehmen als auch über Unternehmensgrenzen hinweg zu erleichtern. Nur durch die Nutzung dieses Datenschatzes können leistungsfähige KI-Modelle entwickelt und neue Innovationen in der Praxis realisiert werden.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
Ein weiterer zentraler Aspekt ist laut Stark die engere Verzahnung von Ingenieurwissenschaften und Informatik. Die bisherige Trennung der Disziplinen entspricht nicht mehr den Anforderungen einer Zeit, in der datengetriebene Entwicklung, Simulationen und intelligente technische Systeme zunehmend miteinander verschmelzen. Die Kombination von Ingenieurwissen, Informatik und Künstlicher Intelligenz eröffnet nicht nur Potenziale zur Verbesserung bestehender Produkte, sondern ermöglicht auch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
Weitere Themen im Interview
- Warum die für Innovationen im Industrie-4.0-Zeitalter erforderliche Infrastruktur in vielen Unternehmen noch fehlt
- Die Bedeutung des Wandels als Generationenfrage
- Chancen hybrider Entscheidungsprozesse zwischen Mensch und KI
- Beispiele für neuartige Angebote, die durch Künstliche Intelligenz und Digitalisierung auf den Markt gebracht werden können
Weiterführende Informationen
Das vollständige Interview mit Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.tu.berlin/go316039/
Kontakt:
- Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark
- Leiter Fachgebiet Industrielle Informationstechnik
- Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF)
- Fakultät V – Verkehrs- und Maschinensysteme
- Technische Universität Berlin
- Telefon: +49 30 314-25414
- E-Mail: rainer.stark@tu-berlin.de




















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