EU bleibt 2024 wichtigste Handelsregion für deutschen Mittelstand: 26% der KMU-Importe stammen aus Europa.

EU bleibt 2024 wichtigste Handelsregion für deutschen Mittelstand: 26% der KMU-Importe stammen aus Europa.

Europäische Union als zentraler Auslandsmarkt für den deutschen Mittelstand

Im Jahr 2024 bleibt die Europäische Union (EU) der bedeutendste Herkunftsmarkt für Importe kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland. Rund 26 % der KMU bezogen Waren aus der EU, während lediglich 5,3 % Importe aus Drittstaaten tätigten. Im Export zeigen sich die KMU hingegen internationaler aufgestellt: 6,9 % der KMU-Exporteure lieferten Waren in die EU, 3,3 % in Länder außerhalb der EU.

Entwicklung der Import- und Exportzahlen

Die Anzahl der in Deutschland ansässigen Unternehmen, die im Jahr 2024 Waren importierten, stieg gegenüber 2023 von 851.000 auf etwa 873.000. Dabei stellen KMU mit 98,3 % den Großteil der Importeure dar, deren Zahl auf fast 859.000 Unternehmen zunahm (+2,6 % gegenüber dem Vorjahr). Insgesamt importierte etwa jedes vierte KMU Waren aus dem Ausland.

Auch die Zahl der importierenden Großunternehmen nahm zu, jedoch weniger stark als bei den KMU. Diese führten Waren im Wert von 792 Milliarden Euro ein, was mehr als dem Doppelten des Importwertes der KMU entspricht.

Im Gegensatz zum Import ging die Zahl der exportierenden Unternehmen von 267.000 im Jahr 2023 auf 263.000 im Jahr 2024 zurück (-1,4 %). KMU bilden mit 255.000 Unternehmen weiterhin die Mehrheit der Exporteure, jedoch sank der Exportwert bei ihnen um 3,2 % auf 268 Milliarden Euro. Bei Großunternehmen betrug der Rückgang 1,7 %. Der Anteil der KMU am gesamten Exportwert liegt nun unter 20 %.

Europa als bedeutendster Markt

Die EU bleibt für KMU der wichtigste Markt sowohl im Import als auch im Export. Der Warenwert der aus der EU importierten Güter belief sich auf 215 Milliarden Euro, während Waren aus Nicht-EU-Staaten einen Wert von 94 Milliarden Euro hatten. Im Export entfielen etwa 62 % des Gesamtwerts der von KMU exportierten Waren auf den EU-Binnenmarkt.

Die Vorteile des EU-Binnenmarkts für KMU liegen insbesondere in seiner Größe und den weitgehend harmonisierten Regelungen. Zudem bietet die EU Rechtssicherheit und stabile Rahmenbedingungen, was angesichts global wachsender Risiken für den Mittelstand von hoher Bedeutung ist, erläutert Peter Kranzusch, Wissenschaftler am Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn.

Datenbasis und Methodik

Die Auswertungen basieren auf der Eurostat-Statistik „Trade by Enterprise Characteristics“ (TEC), die jährlich vom IfM Bonn analysiert wird. Dabei werden Im- und Exporte deutscher Unternehmen hinsichtlich ihrer Größe und der jeweiligen Zielmärkte untersucht.

Quellen und weiterführende Informationen

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