Mobile Quantencomputer: Drei innovative Ansätze für sichere Verteidigungsanwendungen vorgestellt

Mobile Quantencomputer: Drei innovative Ansätze für sichere Verteidigungsanwendungen vorgestellt

Mobile und praxisnahe Quantencomputer: Drei technologische Ansätze

Im Rahmen des Forschungsprogramms „Mobiler Quantencomputer – Quantenprozessoren für den mobilen Einsatz in Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen (MQC)“ fördert die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) die Entwicklung erster Demonstratoren. Ziel ist es, Quantencomputer für sicherheitsrelevante und verteidigungstechnische Anwendungen kompakter, robuster und energieeffizienter zu gestalten. Am 21. August 2026 fand bei der neQxt GmbH in Weiterstadt ein Meilensteintermin statt, der einen aktuellen Entwicklungsstand präsentierte.

Herausforderungen und Ziele des MQC-Programms

Quantencomputer sind gegenwärtig meist auf hochspezialisierte Laborumgebungen angewiesen. Das MQC-Programm untersucht daher Möglichkeiten, Quantenrechner für den mobilen Einsatz zu optimieren. Dabei stehen neben der Rechenleistung vor allem Aspekte wie Größe, Gewicht, Energieverbrauch, Robustheit und Verlegbarkeit im Fokus.

Seit 2024 arbeiten drei Konsortien parallel an unterschiedlichen technologischen Lösungen:

  • neQxt GmbH mit dem Projekt maQue
  • Oxford Ionics Limited gemeinsam mit Infineon Technologies AG mit dem Projekt Min-Ion
  • Quantum Brilliance GmbH zusammen mit Parity Quantum Computing GmbH mit dem Projekt Diamonds-MQC

Die Cyberagentur stellt für diese Forschungsarbeiten insgesamt mehr als 44 Millionen Euro bereit.

Technologische Ansätze im Überblick

  • maQue (neQxt GmbH): Basierend auf Ionenfallen-Technologie verfolgt neQxt einen Full-Stack-Ansatz, bei dem Hardware und Software integrativ entwickelt werden, um ein kompaktes, skalierbares und robustes System zu schaffen.
  • Min-Ion (Oxford Ionics & Infineon): Auch hier kommen gefangene Ionen als Qubits zum Einsatz. Oxford Ionics steuert die elektronische Qubit-Kontrolle bei, während Infineon seine Expertise in skalierbaren Ionenfallen-Chips und Halbleiterfertigung einbringt. Ziel ist eine Kombination aus hoher Rechenqualität und kompakter Systemarchitektur.
  • Diamonds-MQC (Quantum Brilliance & ParityQC): Dieser Ansatz nutzt Festkörperqubits, konkret Stickstoff-Fehlstellen (NV-Zentren) in synthetischen Diamanten. Durch den Verzicht auf umfangreiche kryogene Kühlung ergeben sich Vorteile hinsichtlich Größe, Energieverbrauch und Mobilität.

Ein direkter Vergleich der Technologien anhand einzelner Kennzahlen wie der Qubit-Anzahl ist nicht ausreichend. Wichtige Kriterien sind zudem Qubit-Qualität, Steuerungsmöglichkeiten, Systemarchitektur, Energiebedarf, Peripheriebedarf und Robustheit. Das MQC-Programm ermöglicht eine Bewertung unter einheitlichen Anforderungen.

Meilensteintermin bei neQxt in Weiterstadt

Am 21. August 2026 präsentierte neQxt eine erste einsatzfähige Ausbaustufe des maQue-Demonstrators. Im laufenden Betrieb wurden unter anderem Gatteroperationen und Ionen-Shuttling vorgeführt. Der für den 31. Juli 2026 vereinbarte Meilenstein wurde erfolgreich erreicht und teilweise übertroffen.

Dieser Termin dokumentiert den Entwicklungsstand eines der drei parallelen Projekte. Eine vergleichende Bewertung der unterschiedlichen technologischen Ansätze steht zu diesem Zeitpunkt noch aus.

Langfristige Perspektiven

Das Gesamtziel des Programms besteht darin, Quantencomputer aus spezialisierten Laborumgebungen herauszulösen und für den mobilen Einsatz verfügbar zu machen. Besonders für Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen ist es von Bedeutung, Quantenrechenleistung auch in Umgebungen ohne stationäre Rechenzentren oder stabile Datenverbindungen bereitzustellen.

Weiterführende Informationen und Kontakt

Weitere Details zum Programm und zur Anmeldung für Partnerveranstaltungen sind auf der Webseite der Cyberagentur verfügbar:

Pressekontakt:
Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH
Große Steinstraße 19
06108 Halle (Saale)
Michael Lindner, Pressesprecher
Telefon: +49 151 44150 645
E-Mail: presse@cyberagentur.de

Über die Cyberagentur

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH wurde 2020 als Inhouse-Gesellschaft des Bundes gegründet. Unter der gemeinsamen Leitung des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Innern verfolgt sie das Ziel, eine ressortübergreifende und anwendungsorientierte Perspektive auf Innere und Äußere Sicherheit im Bereich Cybersicherheit einzunehmen. Die Cyberagentur initiiert und steuert innovative Projekte mit hohem Risiko und großem Potenzial für disruptive Veränderungen. Sie ist Teil der Nationalen Sicherheitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland.

Die Geschäftsführung besteht aus Prof. Dr. Christian Hummert (Forschungsdirektor) und Bettina Bubnys (kaufmännische Geschäftsführung).

Wissenschaftlicher Ansprechpartner

Dr. Michael Berger, Programmleiter im Forschungsprogramm MQC

Originalquelle

https://www.cyberagentur.de/presse/quantenrechnen-wird-mobil-und-einsatznah/

Schreibe einen Kommentar