Migrantische Unternehmen: Schlüssel zur Integration und Innovation im Ruhrgebiet – Fachtagung beleuchtet Chancen und Herausforderungen.

Migrantische Unternehmen: Schlüssel zur Integration und Innovation im Ruhrgebiet – Fachtagung beleuchtet Chancen und Herausforderungen.

Migrantische Unternehmen in der Metropole Ruhr: Integration in Wirtschaft und Stadtentwicklung

Am 7. Oktober 2026 versammelten sich im Colosseum Theater Essen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und kommunaler Verwaltung, um die Bedeutung migrantischer Unternehmen im Ruhrgebiet zu erörtern. Im Fokus standen deren Rolle in der Quartiersentwicklung sowie in Innovationsökosystemen und die Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg und Wachstum.

Veranstalter und Kooperationen

Die Fachtagung wurde vom Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule in Zusammenarbeit mit der BRYCK Startup Alliance, der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG) und Duisburg Business & Innovation (DBI) organisiert. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das Projekt CONNECT, das im Rahmen des Interreg-Programms Nordwesteuropa (NWE) gefördert wird.

Internationale Perspektiven und wissenschaftliche Impulse

Essens Stadtdirektor Peter Renzel eröffnete die Tagung mit einer Begrüßung und hob die Bedeutung migrantisch geprägter Unternehmen als integralen Bestandteil der lokalen Wirtschaft hervor. In der anschließenden Keynote betonte Prof. Monder Ram, Direktor des Centre for Research in Ethnic Minority Entrepreneurship (CREME) an der Aston University, dass migrantische Unternehmen nicht als Ausnahme, sondern als selbstverständlicher Teil der Wirtschaft betrachtet werden sollten. Er wies jedoch auf spezifische Bedürfnisse dieser Unternehmensgruppe hin und unterstrich die Wichtigkeit eines offenen Dialogs zwischen Wissenschaft und kommunalen Entscheidungsträgern.

Am Nachmittag analysierte Dr. Susan Lanz von der Aston University die Auswirkungen inklusiver Gründungsförderung. Sie stellte die Frage, welche Veränderungen solche Unterstützungsangebote bewirken, für welche Zielgruppen und zu welchem Zeitpunkt, wobei sie über bloße Kennzahlen hinausblickte. Die Vorträge wurden von Dr. Alexandra David (IAT) moderiert und mit dem Publikum diskutiert.

Diskussion zur Rolle migrantischer Unternehmen in der Stadtentwicklung

In einer Podiumsdiskussion unter Leitung von Dr. Judith Terstriep (IAT) wurde die Bedeutung migrantischer Unternehmen für die städtische und wirtschaftliche Entwicklung thematisiert. Teilnehmende waren unter anderem Irene Aniteye (AiDiA), Mehmet Erdogan (Duisburg Business & Innovation), Nora Ismail (Beratungsstelle Migrantenökonomie der Stadt Essen), Hind Seiferth (Unigy GmbH, Essen) sowie Dr. Ralf Sänger (Perspektive Neustart e.V.).

Unternehmerische Praxis und regionale Vernetzung

Im Rahmen des Formats „Portraits from the Region“ präsentierten Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Betriebe und Erfahrungen. Zu den Vortragenden gehörten Hind Seiferth (Unigy GmbH), Selçuk Kılıç (DEREWA; TIAD e.V. und ATİAD e.V.) sowie Tülay Koca (Prenses Palace; PETEK Business-Netzwerk Migrantinnen e.V.). Die anschließende Diskussion, moderiert von Ersin Üstün (BRYCK Startup Alliance), fokussierte auf die Rahmenbedingungen für dauerhaften unternehmerischen Erfolg.

Verknüpfung von Wissenschaft, Praxis und kommunaler Verwaltung

Ein zentrales Ergebnis der Tagung war die erfolgreiche Zusammenführung von Wissenschaft, Unternehmerpraxis und kommunalen Akteuren. Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaftsförderungen sowie Mitarbeitende aus den Stadtverwaltungen von Essen, Duisburg, Gelsenkirchen, Dortmund und Oberhausen waren anwesend und tauschten sich über Förder- und Unterstützungsangebote für migrantische Unternehmen aus.

Dr. Judith Terstriep, Forschungsschwerpunktdirektorin am IAT, betonte: „Migrantische Unternehmen tragen in allen Ruhrgebietsstädten maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Der Austausch zwischen Forschung, Praxis und Kommunen ist essenziell, um Fördermaßnahmen zielgerichtet weiterzuentwickeln.“

Dr. Alexandra David ergänzte: „Die internationalen Erfahrungen aus Birmingham zeigen, dass Förderprogramme nicht nur anhand quantitativer Daten bewertet werden sollten, sondern vor allem danach, welche tatsächlichen Veränderungen sie für Unternehmerinnen und Unternehmer bewirken.“

Hintergrund zum Projekt CONNECT

Die Tagung fand im Kontext des Projekts CONNECT statt, das durch das Interreg-Programm Nordwesteuropa (NWE) gefördert wird. Ziel des Projekts ist es, integrative Strukturen in lokalen und regionalen Ökosystemen für migrantische Unternehmen zu etablieren.

Weitere Informationen zum Projekt CONNECT

Abschluss und Ausblick

Zum Abschluss fassten Dr. Judith Terstriep und Dr. Alexandra David (IAT) die Ergebnisse der Tagung zusammen und verabschiedeten die Teilnehmenden.


Kontakt für wissenschaftliche Rückfragen

  • Dr. Alexandra David: david@iat.eu
  • Dr. Judith Terstriep: terstriep@iat.eu

Weiterführende Literatur

Schreibe einen Kommentar