Kostenschätzung für Carbon Capture: CCS zwischen 220 und 510 Euro pro Tonne CO₂ bis 2035 – Politik dringend erforderlich!

Kostenschätzung für Carbon Capture: CCS zwischen 220 und 510 Euro pro Tonne CO₂ bis 2035 – Politik dringend erforderlich!

Analyse der Kostenstrukturen von Carbon Capture and Storage (CCS) in verschiedenen Wertschöpfungsketten

Für Industriezweige wie die Zement- und Chemiebranche stellt Carbon Capture and Storage (CCS) eine wesentliche Technologie dar, um trotz unvermeidbarer Prozessemissionen wettbewerbsfähig zu bleiben und Klimaneutralität zu erreichen. Allerdings sind die zukünftigen Kosten für den Einsatz von CCS in vielen Unternehmen noch unklar. Eine aktuelle Untersuchung von NRW.Energy4Climate bietet hierzu eine fundierte Orientierung und prognostiziert die Kosten für den Zeitraum 2030 bis 2035. Die Analyse basiert auf einer umfassenden Auswertung aktueller Literatur und Projektdaten und zeigt eine Kostenspanne von 220 bis 510 Euro pro Tonne CO₂ auf.

Abhängigkeit der Wirtschaftlichkeit von CO₂-Zertifikatspreisen

Die Wirtschaftlichkeit von CCS-Projekten ist maßgeblich von der Entwicklung der CO₂-Zertifikatspreise im Rahmen des EU-Emissionshandels abhängig, der derzeit intensiv diskutiert wird. Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin von NRW.Energy4Climate, unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen politischen Unterstützung: „Der Aufbau einer CO₂-Infrastruktur sowie die Umsetzung von Projekten erfordern Vorlaufzeiten. Für fundierte Investitionsentscheidungen sind jetzt klare politische Rahmenbedingungen notwendig. Dazu zählen strategische Leitlinien, wie sie im Aktionsplan Carbon Management der Bundesregierung entwickelt werden, sowie geeignete Instrumente wie CO₂-Differenzverträge, die Projekte in der Hochlaufphase gegen die bestehende Kostenlücke gegenüber den EU-ETS-Zertifikatspreisen absichern.“

Detaillierte Kostenbetrachtung und Einflussfaktoren

Die Studie gliedert die Kosten für CCS in die Bereiche Abscheidung, Transport und Speicherung von CO₂ auf und illustriert diese anhand verschiedener Branchenbeispiele und Anwendungsszenarien. Dabei wird deutlich, dass die Kosten stark unternehmensspezifisch variieren, abhängig von Faktoren wie Standort, eingesetzter Technologie sowie Art des Transports und der Speicherung. Erste realisierte Projekte weisen im Vergleich zu Planungs- und Literaturwerten bereits tendenziell höhere Kosten auf. Wesentliche Einflussgrößen für die zukünftige Kostenentwicklung sind insbesondere die Strompreise, Baukosten, regulatorische Rahmenbedingungen sowie technologische Fortschritte. Die Mehrkosten, die auf Endverbraucher umgelegt werden, bleiben laut Analyse im Bereich Bauwesen und Verpackungen bei maximal zwei Prozent.

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