Homeoffice in Deutschland 2026: 45% nutzen die Wohnung als Büro – Hohe Akzeptanz und wachsende Zufriedenheit laut bidt-Studie.

Homeoffice in Deutschland 2026: 45% nutzen die Wohnung als Büro – Hohe Akzeptanz und wachsende Zufriedenheit laut bidt-Studie.

Homeoffice in Deutschland 2026: Leichter Anstieg und hohe Akzeptanz laut bidt-Studie

Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) hat in seiner elften Befragungsrunde den aktuellen Stand der Homeoffice-Nutzung sowie die Einstellungen der Erwerbstätigen hierzu in Deutschland untersucht. Die Ergebnisse zeigen einen moderaten Anstieg der Homeoffice-Tätigkeit auf 45 % der Erwerbstätigen, die zumindest gelegentlich von zu Hause arbeiten. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich von neun Ländern auf dem vierten Platz, knapp über dem Niveau zu Beginn der Coronapandemie.

Erhebungsergebnisse zur Homeoffice-Nutzung

Zwischen dem 23. Februar und 9. März 2026 führte das bidt eine Onlinebefragung unter internetnutzenden Erwerbstätigen in Deutschland durch. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Oktober 2024 ist die Nutzung von Homeoffice leicht gestiegen. Aktuell arbeiten 45 % der Befragten mindestens gelegentlich im Homeoffice, davon 28 % mehrmals wöchentlich. Der Freitag wird am häufigsten für die Arbeit von zu Hause genutzt. Insgesamt entfällt etwa ein Fünftel der Arbeitszeit auf das Homeoffice.

Im internationalen Vergleich mit neun Ländern belegt Deutschland den vierten Rang. Länder wie Finnland, das Vereinigte Königreich und die USA weisen einen höheren Anteil der Arbeitszeit im Homeoffice auf, während China, Spanien, Frankreich, Italien und Taiwan geringere Werte aufweisen. Die Vergleichserhebung erfolgte online zwischen dem 28. Januar und 2. März 2026.

Zufriedenheit und finanzielle Aspekte

Obwohl es in Deutschland teilweise Unterschiede zwischen dem Wunsch der Beschäftigten nach Homeoffice und den betrieblichen Regelungen gibt, entspricht die tatsächliche Homeoffice-Nutzung bei geeigneten Tätigkeiten im Großen und Ganzen den Präferenzen der Erwerbstätigen. Die Zufriedenheit mit den Angeboten der Arbeitgeber ist entsprechend hoch.

  • Weniger als die Hälfte der Homeoffice-Nutzenden würde vollständig auf Homeoffice verzichten, selbst bei einer Gehaltserhöhung. Die Bereitschaft sinkt mit zunehmender Nutzungshäufigkeit.
  • Für einen vollständigen Verzicht auf Homeoffice fordern Erwerbstätige im Median eine Netto-Zusatzvergütung von 500 Euro monatlich.
  • Etwa ein Drittel derjenigen, die weniger im Homeoffice arbeiten als möglich, könnte sich vorstellen, für einen zusätzlichen Homeoffice-Tag auf Gehalt zu verzichten; der Medianbetrag liegt hier bei 100 Euro netto pro Monat.

Homeoffice als etablierter Bestandteil der Arbeitswelt

Roland A. Stürz, Abteilungsleiter des Think Tanks am bidt, betont, dass der leichte Anstieg der Homeoffice-Nutzung und die internationalen Vergleichsdaten darauf hinweisen, dass die traditionelle Präsenzkultur in deutschen Unternehmen an Bedeutung verliert. Trotz einer teilweisen Rückkehr zur Präsenzarbeit hat sich Homeoffice als fester Bestandteil des Berufsalltags etabliert. Die Studie verdeutlicht zudem, wie wichtig Homeoffice für viele Beschäftigte geworden ist, insbesondere im Hinblick auf mögliche finanzielle Kompensationen bei Verzicht.

Die Untersuchung ist Teil des bidt-Forschungsprojekts „Verbreitung und Akzeptanz von Homeoffice in Deutschland“. Seit Beginn der Coronapandemie führt das Institut mit mittlerweile elf Befragungswellen ein Monitoring der Homeoffice-Nutzung durch und analysiert verschiedene Aspekte flexibler und mobiler Arbeitsformen.

Kontakt und weitere Informationen

Pressekontakt:
Anna-Maria Esch
Referentin Dialog
Telefon: +49 89 540 235 627
E-Mail: presse@bidt.digital

Über das bidt:
Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) ist ein Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Es widmet sich der Analyse und Begleitung des digitalen Wandels und liefert evidenzbasierte Empfehlungen für Politik und Wirtschaft. Dabei fördert das bidt interdisziplinäre Forschung und fördert den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Wissenschaftliche Ansprechpartner

Dr. Roland A. Stürz
Abteilungsleiter Think Tank
Telefon: +49 89 540 235 620
E-Mail: roland.stuerz@bidt.digital

Originalpublikation

Stürz, R. A., Schlude, A., Mendel, U. (2026): Homeoffice Anfang 2026. bidt Analysen und Studien Nr. 22. https://doi.org/10.35067/xypq-kn80

Schreibe einen Kommentar