Digitale Innovationen stärken den Wiederaufbau ländlicher Regionen in der Ukraine: Der Community Geo-Investment Passport als Schlüssel zum Erfolg.

Digitale Innovationen stärken den Wiederaufbau ländlicher Regionen in der Ukraine: Der Community Geo-Investment Passport als Schlüssel zum Erfolg.

Digitale Dienstleistungen als Unterstützung für den Wiederaufbau ländlicher Regionen in der Ukraine

Der Policy Brief Nr. 52 des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) analysiert den Beitrag digitaler Innovationen zur nachhaltigen Entwicklung und zum Wiederaufbau ländlicher Gebiete in der Ukraine. Im Fokus steht dabei der Polissia Digital Innovation Hub (POLIDIH), eine regionale Plattform, die Landwirt:innen, Agrarunternehmen, Forschenden und lokalen Behörden vielfältige digitale Angebote wie Geodatenanalysen, Schulungen und Beratungsleistungen bereitstellt.

Community Geo-Investment Passport als zentrales Instrument

Ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes ist der „Community Geo-Investment Passport“. Dieses Instrument verknüpft offene Daten, Satelliteninformationen sowie lokal validierte Daten, um Investitionspotenziale transparent darzustellen und die Planung von Entwicklungsprojekten zu erleichtern. Die Untersuchung zeigt, dass digitale Dienstleistungen einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Wiederaufbau leisten können, sofern sie in bestehende Verwaltungsstrukturen integriert, durch gezielte Kompetenzentwicklung begleitet und auf transparenten Datensystemen basieren.

Darüber hinaus unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit von Wissenstransfer, institutioneller Kooperation und der aktiven Beteiligung lokaler Akteure für eine erfolgreiche digitale Transformation ländlicher Räume.

Projektkontext und methodische Grundlagen

Der Policy Brief entstand im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts „Digitale Transformation für nachhaltige Entwicklung: Deutsch-ukrainische Perspektiven für zukünftige Agrar- und Ernährungssysteme Europas“ (DigiAgrar_UA). Entscheidende Impulse lieferten vier internationale Expertengespräche sowie ein Workshop im November 2025 am IAMO in Halle (Saale).

Die Diskussionen verdeutlichten, dass die digitale Transformation der ukrainischen Agrar- und Ernährungswirtschaft maßgeblich durch die enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und politischen Akteuren vorangetrieben wird. Erfahrungen führender ukrainischer Agrar- und IT-Unternehmen wie Astarta Holding, EOS Data Analytics, SmartFarming, TG Consulting, UNIT.City sowie des Ukrainian Startup Fund lieferten wertvolle Erkenntnisse. Diese Akteure entwickeln und implementieren innovative digitale Lösungen in Kooperation mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Start-ups und internationalen Partnern. Dadurch wird der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis gefördert und moderne Technologien wie Geodatenanalysen, Satellitenmonitoring, Künstliche Intelligenz, digitale Plattformen und datenbasierte Managementsysteme schneller in die landwirtschaftliche Produktion und die gesamte Agrar- und Ernährungswirtschaft integriert.

Erkenntnisse und Ausblick

Dr. Oleksandr Perekhozhuk, Wissenschaftler am IAMO, betont: „Die Erfahrungen aus POLIDIH und die Beiträge führender ukrainischer Agrar- und IT-Unternehmen zeigen, dass digitale Technologien erheblich zur Produktivitätssteigerung, zur Verbesserung der Markttransparenz und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen können.“ Besonders effektiv entfalten Innovationen ihr Potenzial, wenn Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eng zusammenarbeiten.

Verfügbarkeit des Policy Briefs

Der IAMO Policy Brief Nr. 52 mit dem Titel „Digitale Lösungen und Dienstleistungen für ländliche Gemeinden: Erkenntnisse aus dem Polissia Digital Innovation Hub (POLIDIH)“ ist in deutscher, englischer und ukrainischer Sprache erschienen. Die Publikationen stehen kostenfrei zum Download bereit unter: http://www.iamo.de/iamo-policy-briefs.

Informationen zum IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) analysiert wirtschaftliche, soziale und politische Veränderungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in ländlichen Räumen. Das Untersuchungsgebiet umfasst die erweiterte Europäische Union, die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Zentral- und Ostasien. Ziel ist es, institutionelle, strukturelle und technologische Wandlungsprozesse besser zu verstehen und deren Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung zu erforschen. Auf dieser Grundlage werden Strategien und Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Märkte und politische Akteure entwickelt. Seit seiner Gründung 1994 ist das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Kontakt:
Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)
Theodor-Lieser-Straße 2
06120 Halle (Saale)
http://www.iamo.de


Originalpublikation

https://www.iamo.de/fileadmin/documents/IAMOPolicyBrief52_de.pdf

Weiterführende Informationen

https://www.iamo.de/presse/pressemitteilungen/artikel/digitale-dienstleistungen-zum-wiederaufbau-laendlicher-raeume-in-der-ukraine

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