Teilzeitquote erreicht neuen Höchststand, Rückgang bei Vollzeitstellen
Im zweiten Quartal 2026 stieg die Teilzeitquote um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und überschritt mit 40,3 Prozent erstmals die 40-Prozent-Marke. Diese Daten entstammen der aktuellen Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Dienstag veröffentlicht wurde.
Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 0,5 Prozent, während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 0,9 Prozent zurückging. Dieser Trend ist zum einen auf Zuwächse in Branchen mit hohem Teilzeitanteil wie dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bereich Erziehung und Unterricht zurückzuführen. Zum anderen verzeichneten Branchen mit überwiegend Vollzeitstellen, insbesondere das Verarbeitende Gewerbe, einen Beschäftigungsrückgang.
Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 Prozent auf knapp 45,7 Millionen Personen. Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Erwerbstätigen lag im zweiten Quartal 2026 bei 314,7 Stunden und blieb somit unverändert zum Vorjahreszeitraum. Saison- und kalenderbereinigt verringerte sich die Arbeitszeit im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent.
Entwicklung der Wochenarbeitszeit
Die betriebsübliche Wochenarbeitszeit aller Beschäftigten stieg leicht auf 30,50 Stunden im Vergleich zum Vorjahresquartal. Während die Wochenarbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten mit 38,32 Stunden konstant blieb, erhöhte sie sich bei Teilzeitbeschäftigten auf 18,88 Stunden. Die Arbeitszeit von Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen sank um 1,2 Prozent und setzt damit den seit einigen Jahren beobachteten Abwärtstrend fort.
Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit
Im zweiten Quartal 2026 bauten Beschäftigte im Durchschnitt 0,4 Stunden auf ihren Arbeitszeitkonten ab, was eine Verlängerung der tatsächlichen Arbeitszeit um 0,7 Stunden gegenüber dem Vorjahresquartal zur Folge hatte. Die Zahl der Kurzarbeitenden verringerte sich nach vorläufigen Schätzungen um 83.000 auf nunmehr 149.000 Personen.
Gesamtarbeitsvolumen und konjunkturelle Einordnung
Das gesamte Arbeitsvolumen sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,5 Prozent und betrug im zweiten Quartal 14,4 Milliarden Stunden. Saison- und kalenderbereinigt entspricht dies einem Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“, kommentiert: „Die Konjunktur hat sich zuletzt stabilisiert, weshalb die Arbeitszeit der Beschäftigten wieder leicht zunimmt. Dennoch führt der Verlust vieler Vollzeitstellen in der Industrie zu einem insgesamt geringeren Arbeitsvolumen.“
Weiterführende Daten und Quellen
- Tabellarische Übersicht zur Arbeitszeitentwicklung: https://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/tab_az2602.xlsx
- Lange Zeitreihe mit Quartals- und Jahresdaten ab 1991: https://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/AZ_Komponenten.xlsx
- Informationen zu bezahlten und unbezahlten Überstunden: https://doku.iab.de/aktuell/2014/aktueller_bericht_1407.pdf




















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