Studie zeigt: Investment-Podcasts beeinflussen Marktverhalten, bieten aber keine garantierten Renditevorteile für Anleger.

Studie zeigt: Investment-Podcasts beeinflussen Marktverhalten, bieten aber keine garantierten Renditevorteile für Anleger.

Studie untersucht Einfluss von Investment-Podcasts auf Börsenverhalten und Renditen

Eine aktuelle Untersuchung von Prof. Dr. Marten Laudi von der Kühne Logistics University (KLU) und Janik Ole Wecks von der Universität Bremen analysiert den Zusammenhang zwischen Investment-Podcasts und deren Wirkung auf Handelsaktivitäten, Kursveränderungen sowie Anlageergebnisse. Die Auswertung basiert auf über 25.000 Podcast-Episoden, die sich mit börsennotierten Unternehmen und Aktien befassen.

Podcasts als Informationsquelle für Privatanleger

In Deutschland konsumieren rund 24 Millionen Menschen Podcasts, mit steigender Tendenz (Online Audio Monitor 2025). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie verlässlich Podcasts als Basis für Anlageentscheidungen sind. Die Studie zeigt, dass Podcasts das Verständnis für Unternehmen, Quartalszahlen und Markttrends fördern können, jedoch keinen systematischen Vorteil bei der Rendite erzielen.

Handelsstrategien auf Basis von Podcasts ohne nachweisbaren Mehrwert

Die Analyse verdeutlicht, dass Handelsstrategien, die ausschließlich auf Podcast-Inhalten basieren, im Vergleich zu passiven Referenzstrategien keine konsistent besseren Ergebnisse erzielen. Unter realistischen Umsetzungsbedingungen schneiden solche Strategien teilweise sogar schlechter ab. Laut Prof. Dr. Laudi erleichtern Podcasts zwar den Zugang zu Informationen und bieten Orientierung, führen aber nicht zu dauerhaft überdurchschnittlichen Renditen, wenn angemessene Reaktionszeiten berücksichtigt werden.

Auswirkungen von Podcasts auf das Marktgeschehen

Obwohl Podcasts keine höheren Renditen ermöglichen, beeinflussen sie das Marktverhalten deutlich. Erwähnungen einzelner Aktien in Investment-Podcasts gehen mit einer erhöhten Handelsaktivität einher, erkennbar an gesteigertem Aktienumsatz, stärkeren Kursbewegungen sowie einer verstärkten Beteiligung von Privatanlegern. Die stärkste Reaktion erfolgt am Tag der Veröffentlichung, bleibt jedoch auch in den Folgetagen messbar.

Besonders ausgeprägt sind diese Effekte bei Podcasts mit großer Reichweite, wenn sie konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aussprechen oder Unternehmensnachrichten wie Quartalszahlen einordnen. Die Studie legt nahe, dass Podcasts vorhandene Informationen verständlicher und zugänglicher machen, wodurch sie für die Hörerschaft als handlungsrelevant wahrgenommen werden.

Methodik und Datenbasis

  • Analyse von mehr als 25.000 transkribierten Folgen englischsprachiger Investment-Podcasts
  • Identifikation von über 100.000 zeitlich markierten Gesprächsabschnitten zu einzelnen Aktien
  • Verknüpfung dieser Daten mit Handelsvolumen, Kursveränderungen sowie Nutzerbeständen der Handelsplattform Robinhood

Die Ergebnisse bestätigen, dass Podcasts ein bedeutender Kanal der Finanzkommunikation sind, der Handelsentscheidungen beeinflusst und die Verbreitung öffentlich zugänglicher Informationen beschleunigt, ohne jedoch einen messbaren Renditevorsprung für Anleger zu generieren.

Informationen zum Working Paper

  • Titel: Do Podcasts Move the Stock Market?
  • Autoren: Marten Laudi (Kühne Logistics University), Janik Ole Wecks (Universität Bremen)
  • Publikation: Netspar Working Paper Nr. AP 2026-002
  • Zum Paper (PDF)

Kontakt und Informationen zur Kühne Logistics University

Pressekontakt:
Kühne Logistics University – KLU
E-Mail: press@klu.org
Website: www.klu.org

Die Kühne Logistics University ist eine international ausgerichtete, staatlich anerkannte private Hochschule mit Standorten in Hamburg und Saigon (Vietnam). Geplant sind weitere Standorte in Afrika und Lateinamerika. Als eine der weltweit besten fünf Prozent der Business Schools (AACSB-akkreditiert) bietet die KLU englischsprachige Studiengänge in den Bereichen Business, Management, Business Analytics, Data Science sowie Logistik und Supply Chain Management an. Die Hochschule legt Wert auf kleine Lerngruppen, forschungsstarke Fakultäten und enge Kooperationen mit der Wirtschaft, um Studierende auf internationale Führungsaufgaben vorzubereiten.

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