Gesellschaftlicher Wandel durch digitale Transformation: Chancen nutzen, Zusammenarbeit fördern!

Gesellschaftlicher Wandel durch digitale Transformation: Chancen nutzen, Zusammenarbeit fördern!

Nationales Forschungsprogramm: Gestaltung des digitalen Wandels als gesellschaftliche Herausforderung

Das Nationale Forschungsprogramm «Digitale Transformation» (NFP 77) präsentiert seine Forschungsergebnisse. Der digitale Wandel bietet vielfältige Chancen, deren Nutzung jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erfordert.

Gesellschaftlicher Wandel durch Digitalisierung

Die digitale Transformation beeinflusst zentrale Bereiche wie Bildung, Arbeitsmarkt und Demokratie grundlegend. Der Bundesrat initiierte das NFP 77, um diese Veränderungen wissenschaftlich zu begleiten. Nach mehreren Jahren Forschung fasst die Leitungsgruppe die Erkenntnisse zusammen: Die Schweiz befindet sich mitten im digitalen Umbruch. Um die Potenziale zu realisieren und negative Effekte zu vermeiden, muss dieser Wandel als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und aktiv gestaltet werden.

Beteiligung als Erfolgsfaktor

Digitale Technologien entfalten ihren Nutzen nur, wenn sie gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt werden. Beispielsweise schafft Künstliche Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen nur dann Mehrwert, wenn Pflegende und Ärztinnen in die Entwicklung und Integration in Arbeitsprozesse eingebunden sind. Die Forschung zeigt zudem, dass KI zunehmend als Partnerin des Menschen agiert. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine neu zu definieren. Entscheidend für den Erfolg der digitalen Transformation ist nicht allein die Technologie, sondern das Zusammenspiel von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Veränderungen in der Arbeitswelt und Bedeutung der Chancengleichheit

Die Digitalisierung bewirkt tiefgreifende Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, etwa durch Automatisierung und die Entstehung neuer Berufsbilder. Das NFP 77 verdeutlicht, dass Unternehmen und Beschäftigte kontinuierlich digitale Kompetenzen aufbauen müssen. Auch die Arbeitsvermittlung profitiert von digitalen Werkzeugen, die den Abgleich von Qualifikationen und offenen Stellen verbessern und die Berufsberatung effektiver gestalten.

Ohne gezielte Fördermaßnahmen besteht die Gefahr, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen benachteiligt werden. So unterschätzen Frauen häufiger ihre digitalen Fähigkeiten und bewerben sich seltener auf entsprechende Stellen. Ein inklusiver digitaler Wandel auf dem Arbeitsmarkt ist daher essenziell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Digitale Bildung als zentrale Zukunftsressource

Digitale Bildung bietet erhebliches Potenzial. Schulen, Hochschulen und Berufsschulen nutzen bereits digitale Hilfsmittel, deren Möglichkeiten jedoch laut NFP 77 noch nicht voll ausgeschöpft sind. Die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sollte daher verstärkt auf digitale Kompetenzen ausgerichtet werden. Zudem empfiehlt das Programm, digitale Fähigkeiten klar zu definieren und systematisch über alle Lebensphasen hinweg in die Bildung zu integrieren.

Vertrauen durch transparente und faire digitale Instrumente

Digitale Technologien werfen grundlegende Fragen zu Ethik, Vertrauen und demokratischer Teilhabe auf. Die Forschung im NFP 77 zeigt, dass digitale Werkzeuge die Bürgerbeteiligung fördern und die Glaubwürdigkeit demokratischer Prozesse stärken können – beispielsweise bei Abstimmungen oder der Verwendung von Steuermitteln. Voraussetzung hierfür sind transparente und gerechte Rahmenbedingungen.

Darüber hinaus wurde der Medienwandel untersucht: Unabhängige Medienstrukturen, ein verantwortungsvoller Einsatz von KI im Journalismus sowie eine gestärkte staatsbürgerliche Bildung können zukünftig wesentlich zur Stärkung der Demokratie beitragen.

Zusammenfassung

Das NFP 77 unterstreicht, dass die digitale Transformation nicht nur eine technologische Entwicklung ist, sondern eine gemeinsame gesellschaftliche Herausforderung darstellt. Nur durch die Kooperation von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kann die Schweiz die Chancen der Digitalisierung nutzen und Risiken minimieren. Im Synthesebericht formuliert die Leitungsgruppe zwölf zentrale Handlungsempfehlungen.


Informationen zum NFP 77

Das Nationale Forschungsprogramm «Digitale Transformation» wurde im Auftrag des Bundesrates 2018 gestartet. Es untersuchte Chancen und Risiken des digitalen Wandels mit Schwerpunkt auf Bildung, Arbeitsmarkt und Demokratie. Zwischen 2020 und 2025 wurden mit einem Gesamtbudget von 30 Millionen Franken 46 Forschungsprojekte realisiert.


Kontakt für wissenschaftliche Rückfragen

Abraham Bernstein
Präsident der Leitungsgruppe NFP 77
Universität Zürich, Institut für Informatik
Telefon: +41 44 635 45 79
E-Mail: bernstein@ifi.uzh.ch


Weiterführende Quellen

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