Teambonus als Gegenmaßnahme zum Einzelkämpfertum im Homeoffice
Die Zusammenarbeit unter Kolleginnen und Kollegen nimmt im Homeoffice häufig ab. Eine Studie der Universität Trier zeigt, dass eine kollektive leistungsorientierte Vergütung diesem Trend entgegenwirken kann.
Herausforderungen der Leistungsbewertung im Homeoffice
Beschäftigte, die von zu Hause aus arbeiten, sind für ihre Arbeitgeber weniger sichtbar, was die Beurteilung ihrer Leistung erschwert. Eine mögliche Lösung besteht in einer leistungsbezogenen Vergütung, beispielsweise durch Bonuszahlungen, die an den individuellen Output geknüpft sind.
Allerdings stellt sich die Frage, wie diese Form der Vergütung gestaltet werden sollte. Individuelle Boni könnten das „Einzelkämpfersyndrom“ im Homeoffice verstärken, indem sie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit verringern, den Informationsaustausch behindern und den Fokus auf persönliche statt auf unternehmerische Erfolge legen.
Kollektive Leistungsentlohnung als Alternative
Eine andere Möglichkeit sind teambezogene Bonuszahlungen oder Gewinnbeteiligungen, die die Kooperation fördern. Allerdings besteht hierbei das Risiko, dass sogenannte „Trittbrettfahrer“ von den Leistungen des Teams profitieren, ohne selbst einen entsprechenden Beitrag zu leisten.
Präferenzen von Unternehmen bei der Leistungsvergütung
„Wir haben untersucht, welche Vergütungsmodelle von Unternehmen bevorzugt werden“, erläutert Prof. Dr. Uwe Jirjahn von der Universität Trier, der gemeinsam mit Dr. Cinzia Rienzo von der University of Brighton die Thematik analysierte. „Die am häufigsten eingesetzten Modelle können anderen Arbeitgebern als Orientierung dienen und zeigen, wie sich die Arbeitswelt durch Homeoffice verändert.“
- Die Wahrscheinlichkeit, eine individuelle leistungsorientierte Vergütung zu erhalten, ist bei regelmäßigem Homeoffice um 14 Prozent geringer.
- Die Chance auf eine rein kollektive Leistungsentlohnung steigt bei Heimarbeit um 6 Prozent.
- Beschäftigte im Homeoffice erhalten mit 20 bis 30 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit eine Mischform aus individueller und kollektiver leistungsorientierter Bezahlung.
Die Analyse basiert auf Daten der britischen Langzeitstudie „Understanding Society“, wobei ausschließlich Befragungen vor der Pandemie berücksichtigt wurden, um Verzerrungen durch die plötzliche Ausweitung des Homeoffice auszuschließen.
Ausblick und offene Fragen
„Die Tendenz der Arbeitgeber geht eindeutig in Richtung kollektiver oder gemischter Vergütungsmodelle“, fasst Prof. Jirjahn zusammen. „Ob diese bevorzugten Modelle tatsächlich den Unternehmenserfolg fördern, bleibt jedoch noch zu erforschen. Zudem wäre es interessant, die optimale Ausgestaltung von Mischformen zu untersuchen.“
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Uwe Jirjahn




















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Warum sollte ich für die Leistungen meines Teams belohnt werden, wenn ich selbst härter arbeite? Ist das nicht der perfekte Nährboden für Trittbrettfahrer?
Wir begrüßen die Idee des Teambonus im Homeoffice! Kollektive Vergütung kann die Zusammenarbeit stärken und das Einzelkämpfertum eindämmen. Ein Schritt in die richtige Richtung für moderne Arbeitswelten!