Volkswirtschaftliche Relevanz kleiner und mittlerer Unternehmen bleibt unverändert hoch
Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) spielen weiterhin eine zentrale Rolle in der deutschen Wirtschaft, trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. Sie generieren rund ein Drittel des Gesamtumsatzes und beschäftigen mehr als die Hälfte aller abhängig Beschäftigten. Zudem sind 68 % der Auszubildenden in diesen Betrieben tätig.
Umsatz und Beschäftigung in KMU
Im Jahr 2024 erzielten KMU einen Umsatz von etwa 2,8 Billionen Euro, was einem Anteil von 29 % am gesamten Umsatz in Deutschland entspricht. Nach der Definition der Europäischen Kommission zählen über 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zu den KMU, was mehr als 99 % aller privatwirtschaftlichen Unternehmen ausmacht.
Bedeutung für den Arbeitsmarkt und Ausbildung
Mehr als die Hälfte der rund 40 Millionen abhängig Beschäftigten arbeitet in kleinen, kleineren oder mittelgroßen Unternehmen, das sind knapp 22 Millionen Personen. Die Ausbildung von Fachkräften erfolgt ebenfalls überwiegend in diesen Unternehmen, mit einem Anteil von 68 %. Allerdings ist seit einigen Jahren ein Rückgang der Auszubildenden in Kleinst- und Kleinbetrieben zu beobachten, während größere Unternehmen zunehmend mehr Auszubildende aufnehmen.
Definition und Abgrenzung des Mittelstands
In der öffentlichen Wahrnehmung werden KMU häufig mit dem Mittelstand gleichgesetzt. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn definiert den Mittelstand jedoch enger: Er umfasst ausschließlich Unternehmen, bei denen Eigentum und Geschäftsführung in einer Hand liegen, unabhängig von der Unternehmensgröße. So zählen auch größere Unternehmen wie Bahlsen, Ottobock oder Miele zum Mittelstand, sofern mindestens 50 % der Anteile von zwei natürlichen Personen oder deren Familien gehalten und diese aktiv in der Geschäftsführung tätig sind.
Demgegenüber gehören KMU, die von anderen Unternehmen abhängig sind, wie beispielsweise Wagner Pizza oder Bübchen Bodycare GmbH, nicht zum Mittelstand.
Erhebung und Bedeutung von Familienunternehmen
Da die qualitativen Merkmale des Mittelstands – insbesondere Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Unabhängigkeit – in amtlichen Statistiken nicht erfasst werden, ermittelt das IfM Bonn jährlich die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands auf Basis der KMU-Definition der Europäischen Kommission. Ergänzend schätzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unregelmäßigen Abständen die Anzahl der Familienunternehmen.
Im Jahr 2019 befanden sich über 90 % aller Unternehmen in Deutschland in Familienbesitz und wurden von diesen geführt. Diese Familienunternehmen generierten mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes und beschäftigten über die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Weiterführende Informationen
- Statistiken zum Mittelstand
- Studie: Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Familien- und Frauenunternehmen
Bildmaterial
- Verteilung von Unternehmen, Umsatz und Beschäftigten auf Unternehmensgrößenklassen (Quelle: IfM Bonn)
- Unternehmensbestand in Deutschland (Anzahl und Anteil in Prozent) (Quelle: IfM Bonn)



















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Wie lange kann das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, die KMU, die ständigen Unsicherheiten aushalten, bevor sie brechen? Ist das Fundament wirklich so stabil, wie wir glauben?
KMU sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Ihre Rolle in Umsatz und Beschäftigung ist unverzichtbar. Trotz Herausforderungen müssen wir ihre Stabilität und Innovationskraft stärken, um die Zukunft zu sichern.