Integrationsquote erwerbsfähiger Leistungsberechtigter fällt weiter: Bürgergeldreform bringt keine signifikanten Verbesserungen.

Integrationsquote erwerbsfähiger Leistungsberechtigter fällt weiter: Bürgergeldreform bringt keine signifikanten Verbesserungen.

Grundsicherung: Abnahme der Integrationsquote bereits vor Bürgergeldreform erkennbar

Eine aktuelle Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass die Integrationsquote von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gesunken ist und das Niveau vor 2020 nicht mehr erreicht wurde. Dabei sind sowohl die Quoten für nachhaltige als auch für bedarfsdeckende Beschäftigungsverhältnisse zurückgegangen, wenn auch in geringerem Ausmaß als die Gesamtintegrationsquote.

Entwicklung der Integrationsquoten vor und nach der Bürgergeldreform

Zwischen 2015 und 2018 blieb die Übergangsquote in Beschäftigung für erwerbsfähige Leistungsbeziehende mit rund 7,5 Prozent pro Quartal nahezu konstant. Während der COVID-19-Pandemie fiel diese Quote auf 5,4 Prozent. Bis Mitte 2021 erholte sie sich annähernd auf das Niveau vor der Pandemie, sank jedoch anschließend bis 2023 kontinuierlich auf unter 6 Prozent. Seitdem zeigt sich ein leichter weiterer Rückgang, sodass die Quote etwa 1,5 Prozentpunkte unter dem Vor-Corona-Niveau liegt.

Ein zentrales Ziel der Bürgergeldreform war die Vermittlung von Leistungsbeziehenden in nachhaltige und bedarfsdeckende Beschäftigungsverhältnisse. Die Analyse verdeutlicht, dass die Integrationsquote für alle Beschäftigungsverhältnisse in den Jahren 2023 und 2024 etwa 20 Prozent unter dem Wert von 2019 lag. Nachhaltige Integrationen reduzierten sich im gleichen Zeitraum durchschnittlich um 17 Prozent, bedarfsdeckende um etwa 10 Prozent.

Bewertung der Reformwirkungen

Die IAB-Forscherin Stephanie Prümer stellt fest, dass die Bürgergeldreform nicht zu einem Anstieg bedarfsdeckender oder nachhaltiger Integrationen geführt hat. Allerdings fielen die Rückgänge in diesen Kategorien weniger stark aus als bei der Gesamtintegrationsquote. Folglich erhöhte sich der Anteil nachhaltiger und bedarfsdeckender Integrationen an allen Beschäftigungsintegrationen nach der Reform leicht.

Nach Einschätzung von IAB-Direktor Bernd Fitzenberger ist der Rückgang der Integrationsquote vor allem auf die ungünstige konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen. Die alleinige Zuschreibung der Verschlechterung auf die Bürgergeldreform hält die IAB-Forscherin Katrin Hohmeyer für unzureichend.

Methodik und weitere Informationen

Die Studie analysiert die Integrationsquoten in Beschäftigung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter von 25 bis 54 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren. Um Verzerrungen durch die veränderte Zusammensetzung der Leistungsbeziehenden infolge der Fluchtmigration seit Mitte der 2010er Jahre zu vermeiden, wurden Personen, die im Rahmen der Fluchtmigration nach Deutschland kamen, von der Untersuchung ausgeschlossen.

Die vollständigen Ergebnisse sind unter folgendem Link abrufbar: https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-11.pdf.

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