Konjunkturausblick für das vierte Quartal 2026: Verbesserte Perspektiven und gesunkenes Rezessionsrisiko
Der aktuelle Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt eine deutliche Aufhellung der wirtschaftlichen Lage für das Schlussquartal 2026. Dieser Indikator fasst monatlich die neuesten Daten zu zentralen wirtschaftlichen Kennzahlen zusammen.
Rezessionswahrscheinlichkeit sinkt deutlich
Für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2026 liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession laut Indikator bei 16,5 Prozent. Im Vergleich dazu betrug dieser Wert Anfang September noch 25,9 Prozent. Ein ähnlich niedriges Risiko wurde zuletzt vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs Anfang 2026 sowie vor dem Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 verzeichnet. Die statistische Streuung des Indikators, welche die Unsicherheit unter den Wirtschaftsakteuren abbildet, stieg nur leicht von 7,7 auf 9,9 Prozent. Nach dem Ampelsystem befindet sich der Indikator weiterhin in der Phase „gelb-grün“, was auf einen moderaten Wachstumspfad hinweist.
Einflussfaktoren für die konjunkturelle Entwicklung
Der Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit ist vor allem auf positive Signale aus Stimmungsindikatoren wie dem ifo Geschäftsklimaindex und dem S&P Einkaufsmanagerindex zurückzuführen. Zudem zeigen sich anhaltend positive Trends bei Auftrags- und Produktionszahlen, insbesondere im Bausektor. Demgegenüber wirken ein weiterer Anstieg der Geldmarktzinsen sowie zuletzt fallende Aktienkurse bremsend auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Bewertung durch den IMK-Konjunkturexperten
Prof. Dr. Christian Breuer, Konjunkturexperte des IMK, betont die bemerkenswerte Stabilisierung der deutschen Wirtschaft trotz der Herausforderungen durch geopolitische Krisen, Energiepreisschocks und handelspolitische Unsicherheiten. Er verweist auf die Bedeutung staatlicher Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie auf europäische Initiativen zur Stärkung der Industriepolitik, die jedoch noch zögerlich umgesetzt werden.
Breuer warnt vor einer länger anhaltenden Schwäche im privaten Konsum und hält Lohnkürzungen oder Einschnitte bei Sozialleistungen zur Verbesserung der außenwirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit für riskant und nicht zielführend. Die derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien vor allem geopolitisch bedingt und nicht primär auf mangelnde preisliche Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen.
Kontaktinformationen
- Prof. Dr. Christian Breuer
IMK-Konjunkturexperte
Tel.: 0170-5743934
E-Mail: Christian-Breuer@boeckler.de - Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de
Weiterführende Informationen
Details zum IMK-Konjunkturindikator sind unter folgendem Link abrufbar: https://www.imk-boeckler.de/de/imk-konjunkturampel-15362.htm



















Die sinkende Rezessionswahrscheinlichkeit für 2026 ist ein Lichtblick! Hoffentlich profitieren auch Verbraucher von dieser Stabilisierung und es kommt zu mehr Jobs und besseren Löhne.
Die gesunkenen Rezessionsrisiken sind ein positives Signal für die Wirtschaft. Dennoch sollten wir die geopolitischen Herausforderungen und deren Einfluss auf den Konsum nicht unterschätzen.