IAB-Arbeitsmarktbarometer überschreitet erstmals seit Jahresbeginn die 100-Punkte-Marke
Im Oktober verzeichnet das Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen Anstieg um 0,3 Punkte und erreicht damit 100,1 Punkte. Dies markiert die erste positive Entwicklung seit Anfang des Jahres. Parallel dazu steigt das European Labour Market Barometer leicht auf 100,2 Punkte.
Entwicklung der Beschäftigungs- und Arbeitslosenkomponenten
Die Beschäftigungskomponente für Deutschland verzeichnet mit einem Zuwachs von 0,6 Punkten auf 100,1 Punkte das stärkste Wachstum seit der Erholung nach der Corona-Pandemie. Die Komponente zur Prognose der Arbeitslosigkeit hat den Rückgang vom Jahresbeginn ausgeglichen und steigt um 0,1 Punkte auf ebenfalls 100,1 Punkte. Insgesamt zeigt sich jedoch eine weitgehende Stagnation, da seit 2023 keine deutlich positiven Perspektiven vorliegen.
Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ am IAB, erläutert: „Die Arbeitsmarktaussichten haben sich mit einer stabileren Konjunktur aus dem Tief herausbewegt. Für eine nachhaltige Verbesserung reicht dies jedoch noch nicht aus, da die Belastungen durch die Industriekrise und den demographischen Wandel weiterhin erheblich sind.“
Aktuelle Lage im europäischen Vergleich
Das European Labour Market Barometer verzeichnet im Oktober einen Anstieg um 0,2 Punkte auf 100,2 Punkte. Der zuletzt höhere Wert wurde im Sommer 2023 erreicht. Die Beschäftigungskomponente steigt um 0,5 Punkte auf 100,5 Punkte. Weber kommentiert: „Die europäischen Arbeitsverwaltungen erkennen erste Anzeichen einer Aufwärtsbewegung am Arbeitsmarkt.“ Dennoch bleiben die Aussichten gedämpft, da die Prognosekomponente für die Arbeitslosigkeit weiterhin leicht negativ ausfällt.
Methodische Grundlagen und Datenquellen
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer besteht seit November 2008 und basiert auf monatlichen Befragungen der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen in Deutschland.
Das European Labour Market Barometer wird seit Juni 2018 gemeinsam vom IAB und 18 europäischen Arbeitsverwaltungen erstellt. Die teilnehmenden Länder sind:
- Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft, Wallonien)
- Bulgarien
- Dänemark
- Deutschland
- Island
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Österreich
- Polen
- Portugal
- Schweden
- Schweiz
- Spanien
- Zypern
Die Komponenten des Barometers gliedern sich wie folgt:
- Komponente A: Prognose der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate
- Komponente B: Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung
Der Gesamtwert des Barometers ergibt sich aus dem Durchschnitt dieser beiden Komponenten und liefert somit einen umfassenden Ausblick auf die Arbeitsmarktentwicklung. Die Skala reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung). Aufgrund laufender Anpassungen im Saisonbereinigungsverfahren sind nachträgliche Revisionen möglich.
Verfügbare Daten und weiterführende Informationen
- Zeitreihe des IAB-Arbeitsmarktbarometers einschließlich der Einzelkomponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ (xlsx): www.iab.de/presse/abzeitreihe
- Grafiken mit aktuellen Werten und Zeitreihen: iab.de/daten/iab-arbeitsmarktbarometer/
- Zeitreihe des European Labour Market Barometer mit Einzelkomponenten für alle beteiligten Länder (xlsx): www.iab.de/Presse/elmb-components
- Informationen zum European Labour Market Barometer: iab.de/en/daten/european-labour-market-barometer/
- Details zum Arbeitskräfteknappheits-Index des IAB: iab.de/daten/arbeitskraefteknappheits-index/


















