Bundesliga-Studie: Dreiteilung zeigt Zusammenhang zwischen Managementqualität und sportlichem Erfolg der Klubs.

Bundesliga-Studie: Dreiteilung zeigt Zusammenhang zwischen Managementqualität und sportlichem Erfolg der Klubs.

Studie: Dreiteilung der Bundesliga in Management-Klassen

Der FC Bayern München führt auch in der zehnten Ausgabe des Bundesliga Management Index (BMI) der HHL Leipzig Graduate School of Management die Rangliste der professionell geführten Klubs an. Die aktuelle Untersuchung offenbart jedoch eine tiefgreifendere Erkenntnis: Die Bundesliga gliedert sich in drei unterschiedliche Gruppen hinsichtlich Managementqualität und sportlichem Erfolg.

Übereinstimmung von Management und sportlichem Erfolg

Bei einigen Vereinen korrespondieren Managementqualität und Tabellenplatz nahezu exakt. Der FC Bayern München belegt sowohl im BMI als auch in der Bundesliga den ersten Platz. Borussia Dortmund folgt in beiden Kategorien auf Rang zwei, während der VfB Stuttgart im BMI den dritten Platz einnimmt und in der Tabelle auf Rang vier steht.

Prof. Dr. Henning Zülch, Leiter der Studie und Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung und Kapitalmarktkommunikation an der HHL, erläutert: „Die Bundesliga-Tabelle zeigt den sportlichen Erfolg, der BMI hingegen die Grundlagen, um diesen Erfolg langfristig zu sichern.“

Managementqualität übertrifft sportlichen Erfolg

Eine zweite Gruppe von Klubs weist eine höhere Managementqualität auf als es ihre Tabellenplatzierung vermuten lässt. So rangiert Eintracht Frankfurt im BMI auf Platz fünf, in der Tabelle jedoch nur auf Platz acht. Der Hamburger SV und der 1. FC Köln zeigen mit jeweils fünf Plätzen Differenz die größten Diskrepanzen: Der HSV liegt im BMI auf Rang acht, in der Tabelle dagegen auf Rang 13; Köln belegt im BMI Platz neun und in der Tabelle Platz 14.

Zülch erklärt dazu: „Starke Marken und eine treue Fangemeinde können auch bei sportlich weniger erfolgreichen Saisons eine solide Managementbasis gewährleisten.“

Sportlicher Erfolg überstrahlt Managementdefizite

Die dritte Gruppe umfasst Vereine, bei denen der sportliche Erfolg die Schwächen im Management überdeckt. Die TSG 1899 Hoffenheim wird im BMI auf Platz zehn geführt, steht sportlich jedoch auf Platz fünf. Ähnlich verhält es sich mit dem 1. FC Union Berlin, der im BMI Rang 16 und in der Tabelle Rang 11 belegt.

In der 2. Bundesliga zeigen der SC Paderborn 07 (BMI Platz sieben, Tabellenplatz drei) und insbesondere der SV 07 Elversberg (BMI Platz acht, Tabellenplatz zwei) dieses Muster. Beide Aufsteiger sichern sich sportlich den Aufstieg, verfügen jedoch nicht über die infrastrukturellen und organisatorischen Strukturen etablierter Vereine. Der VfL Wolfsburg, der nach 29 Jahren erstmals wieder absteigt, verzeichnet mit einem Rückgang um acht Plätze im BMI die stärkste negative Veränderung seit Bestehen des Index.

„Langzeitdaten belegen, dass Vereine, deren Tabellenplatz ihre Managementqualität deutlich übersteigt, in den Folgejahren ein erhöhtes Risiko für Rückschläge tragen“, so Zülch. Der Abstieg Wolfsburgs illustriert diese Entwicklung.

Erstmals Analyse der 2. Bundesliga

Der FC Schalke 04 weist in der 2. Bundesliga sowohl die höchste Managementqualität als auch den besten Tabellenplatz auf und schafft den direkten Wiederaufstieg. Der 1. FC Nürnberg und der VfL Bochum folgen im BMI auf den Plätzen zwei und drei. Ein Trio aus Nürnberg, Bochum und dem Karlsruher SC liegt im BMI jeweils sechs Plätze über ihrer sportlichen Platzierung.

Entwicklung der Managementqualität

Der Abstand zwischen dem besten und dem schwächsten Erstligisten im BMI hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert. Während die Managementqualität im Mittelfeld leicht abnimmt, bleibt die Spitze weitgehend stabil. Auch der Vorsprung der sechs besten Vereine ist kleiner geworden.

Über den Bundesliga Management Index (BMI)

Der BMI wird seit 2016 jährlich vom Lehrstuhl für Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung und Kapitalmarktkommunikation an der HHL durchgeführt. Er bewertet die Professionalität der Fußballklubs abseits des Spielfelds anhand von 77 Kennzahlen in der 1. Bundesliga und 65 Kennzahlen in der 2. Bundesliga. Die Bewertung erfolgt auf Basis von vier Kategorien mit folgender Gewichtung:

  • Sportlicher Erfolg: 40 %
  • Finanzen: 25 %
  • Fanwohlmaximierung: 17,5 %
  • Führung: 17,5 %

Die Auswahl und Gewichtung der Kriterien basieren auf wissenschaftlicher Literatur und Experteninterviews. Für 2026 wurde der bisherige Football Management Quality-Score (FoMa Q-Score) zum BMI weiterentwickelt. Neu sind unter anderem stärkere Berücksichtigung finanzieller Stabilität, Diversität in Vereinsgremien sowie Nachhaltigkeit. Zudem wird erstmals die 2. Bundesliga in die Analyse einbezogen.

Informationen zur HHL Leipzig Graduate School of Management

Die HHL ist eine universitäre Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht und zählt laut Financial Times zu den führenden internationalen Business Schools. Sie erzielt weltweit Spitzenplätze in den Bereichen Karriereberatung, Alumni-Netzwerk und Gehalt nach dem Abschluss. Die älteste betriebswirtschaftliche Hochschule Deutschlands verfolgt das Ziel, unternehmerisch denkende, verantwortungsbewusste und leistungsfähige Führungskräfte auszubilden. Die HHL zeichnet sich durch exzellente Lehre, forschungsorientierte Ausrichtung und praxisnahen Wissenstransfer aus. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat die HHL 2025 zum siebten Mal in Folge als Gründerhochschule Nummer 1 in Deutschland ausgezeichnet. In den letzten 30 Jahren entstanden aus der HHL über 530 Unternehmensgründungen mit mehr als 30.000 Beschäftigten. Als erste deutsche private Business School wurde die HHL von der international anerkannten AACSB akkreditiert und hat diesen Status fünfmal in Folge bestätigt.

Kontakt für wissenschaftliche Anfragen

bmi2026@hhl.de

Schreibe einen Kommentar