IAB-Regionalprognose 2026/2027: Beschäftigungsentwicklung in den Bundesländern
Für das Jahr 2027 prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner aktuellen Regionalprognose einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen in den meisten Bundesländern. Lediglich Berlin (0,7 %) sowie Brandenburg und Niedersachsen (jeweils 0,1 %) werden voraussichtlich ein Wachstum verzeichnen. Gleichzeitig steigt die Arbeitslosigkeit in zehn Bundesländern an, wobei sich die Arbeitslosenquoten insgesamt nur geringfügig verändern dürften.
Beschäftigungstrends in West- und Ostdeutschland
Die Prognose zeigt für West- und Ostdeutschland einen durchschnittlichen Rückgang der Beschäftigung um 0,1 %. Besonders stark betroffen sind das Saarland mit einem Minus von 1,3 %, Thüringen mit 0,7 % sowie Bremen und Sachsen-Anhalt mit jeweils 0,6 % Beschäftigungsverlust.
Arbeitslosigkeit und regionale Unterschiede
Die wirtschaftliche Schwäche der vergangenen Jahre wirkt weiterhin nach, wenngleich die Zunahme der Arbeitslosigkeit an Dynamik verloren hat. Die Entwicklung variiert regional stark:
- Erwartete Rückgänge der Arbeitslosenzahlen in Mecklenburg-Vorpommern (-3,9 %), Thüringen (-1,8 %), Saarland, Bayern, Brandenburg und Bremen
- Stärkste Zunahmen in Sachsen (+1,9 %), Berlin (+1,8 %) und Schleswig-Holstein (+1,7 %)
IAB-Forscherin Anja Rossen betont, dass trotz verbesserter Konjunkturaussichten keine generelle Trendwende auf den regionalen Arbeitsmärkten erkennbar sei.
Arbeitslosenquoten in den Bundesländern
Bayern weist weiterhin mit 4,1 % die niedrigste Arbeitslosenquote auf, während die Stadtstaaten Bremen (11,3 %) und Berlin (10,6 %) die höchsten Quoten verzeichnen. In sieben Bundesländern bleibt die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die größte Veränderung wird für Mecklenburg-Vorpommern erwartet, wo die Quote um 0,3 Prozentpunkte auf 7,6 % sinkt.
Regionale Herausforderungen im Verarbeitenden Gewerbe
Regionen mit einem hohen Anteil an Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe sind besonders von sinkenden Beschäftigungszahlen und steigender Arbeitslosigkeit betroffen. Laut IAB-Forscherin Sarah Kuhn sind die strukturellen Herausforderungen in dieser Branche die Hauptursache, denen die jüngste konjunkturelle Erholung nur begrenzt entgegenwirken kann. Insbesondere die Automobilindustrie steht unter erheblichem Anpassungsdruck.
Weitere Belastungen ergeben sich durch die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industriegüter auf dem Weltmarkt sowie den demografischen Wandel. So verzeichnen beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, Regionen mit ungünstiger demografischer Entwicklung, sinkende Beschäftigten- und Arbeitslosenzahlen.



















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