Aktuelle Studie zur demografischen Entwicklung in Deutschland
Das Berlin-Institut hat in Zusammenarbeit mit der Wüstenrot Stiftung erstmals seit 2019 eine umfassende Analyse aller 400 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands durchgeführt. Die Studie „Demografische Lage der Nation“ liefert ein aktuelles Deutschland-Ranking sowie eine Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2045. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Bevölkerung erneut zurückgeht, wobei die regionalen Entwicklungen stark variieren.
Bevölkerungsrückgang und regionale Unterschiede
Im Jahr 2019 wurde noch von einem demografischen Zwischenhoch gesprochen, mit einem stabilen Bevölkerungswachstum in Deutschland. Die neue Prognose zeigt jedoch, dass die Einwohnerzahl bis 2045 auf etwa 81,8 Millionen sinken wird. Zwei Drittel der Kreise und kreisfreien Städte werden Bevölkerungsverluste verzeichnen. Besonders auffällig ist, dass 184 Regionen, die zwischen 2014 und 2024 noch gewachsen sind, künftig schrumpfen dürften.
Für die Bewertung wurden 26 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Bildung und soziale Bedingungen herangezogen. Jeder Kreis erhielt eine Bewertung und einen Rang im deutschlandweiten Vergleich. Die Studie liefert damit differenzierte Einblicke in die demografische Entwicklung auf regionaler Ebene.
Regionale Divergenzen, insbesondere in Ostdeutschland
Die demografische Entwicklung verläuft nicht einheitlich: Ostdeutsche Regionen zeigen eine zunehmende Divergenz. Während 2019 noch fünf der 20 am schwächsten bewerteten Kreise im Osten lagen, sind es aktuell zwölf. Positive Trends aus den Jahren 2004 bis 2019 setzen sich nicht flächendeckend fort.
Die Prognose bis 2045 weist starke Unterschiede auf: Regionen wie Dahme-Spreewald, Leipzig, Potsdam und Dresden werden voraussichtlich wachsen. Gleichzeitig sind 42 der 50 Kreise mit den höchsten Bevölkerungsverlusten im Osten angesiedelt, beispielsweise wird Suhl einen Rückgang von etwa 30 Prozent verzeichnen.
Auch im Westen Deutschlands bestehen erhebliche Unterschiede: Während das Saarland Bevölkerungsverluste erwartet, wachsen Städte wie Frankfurt am Main und Düsseldorf weiter. Bayern führt das Deutschland-Ranking an, mit 18 der 20 bestplatzierten Kreise und kreisfreien Städte.
Demografische Veränderungen und Arbeitsmarkt
Die Generation der Babyboomer tritt in den kommenden Jahren vermehrt in den Ruhestand ein, während kleinere Jahrgänge nachrücken. Der Erwerbsbevölkerung wird bis 2045 ein Rückgang von 4,7 Prozent prognostiziert, in einigen Bundesländern wie Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland sogar zwischen 12 und 18 Prozent.
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt variieren jedoch je nach Region. Wirtschaftlich starke Gebiete integrieren Menschen ohne deutschen Pass sowie ältere Beschäftigte besser in den Arbeitsmarkt, was den Fachkräftemangel abmildern kann.
Migration als entscheidender Faktor
In nahezu allen Kreisen wird die Zahl der Sterbefälle die der Geburten übersteigen. Die Wanderungsbewegungen gewinnen daher an Bedeutung für das Bevölkerungswachstum oder -schwund. Metropolregionen und deren Umland profitieren von Zuzügen junger Menschen, während andere Regionen Wanderungsgewinne nutzen, um den natürlichen Rückgang zu kompensieren. Insgesamt wird jedoch ein Rückgang der Nettowanderungsgewinne für Deutschland erwartet.
Gestaltung des demografischen Wandels
Der Bevölkerungsrückgang ist in vielen Regionen nicht aufzuhalten, jedoch kann die Politik dessen Auswirkungen durch geeignete Maßnahmen beeinflussen. Dabei sind passgenaue Lösungen erforderlich, die den unterschiedlichen regionalen Bedingungen Rechnung tragen. Ansätze, die in wachsenden Großstädten funktionieren, sind nicht zwangsläufig auf schrumpfende ländliche Gebiete übertragbar.
Studienreihe und weiterführende Informationen
Die vorliegende Untersuchung ist die fünfte Ausgabe der Studienreihe „Demografische Lage der Nation“ seit 2004. Die vollständige Studie sowie ergänzendes Pressematerial stehen zum Download bereit unter:
- Berlin-Institut: Demografische Lage der Nation
- Wüstenrot Stiftung: Publikation bestellen
- Interaktives Webangebot mit Daten und Grafiken
Kontakt für Interviewanfragen
- Till Wachsmuth, info@berlin-institut.org, Tel.: 030 22 32 48 45
- Nadine Schäfer, info@wuestenrot-stiftung.de, Tel.: 07141 16 75 65 00
Wissenschaftliche Ansprechpartner
- Adrián Carrasco Heiermann, heiermann@berlin-institut.org, Tel.: 030 310 161 54
- Dr. Frederick Sixtus, sixtus@berlin-institut.org, Tel.: 030 31 10 26 98
- Catherina Hinz, hinz@berlin-institut.org, Tel.: 030 22 32 48 45
- Manuel Slupina, manuel.slupina@wuestenrot-stiftung.de, Tel.: 07141 16 75 65 11




















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Die demografischen Veränderungen in Deutschland sind alarmierend. Besonders der Osten droht, weiter zurückzufallen. Es ist höchste Zeit, regionale Unterschiede aktiv anzugehen!
Es ist alarmierend, dass die Bevölkerung in Deutschland schrumpft. Besonders der Osten leidet darunter. Wir brauchen dringend Lösungen, um den demografischen Wandel aktiv zu gestalten!