Anstieg der Unternehmensgründungen in Deutschland 2025 auf 15-Jahres-Hoch mit Fokus auf wachstumsorientierte Start-ups

Gründungsaktivität in Deutschland erreicht höchsten Stand seit 15 Jahren

Im Jahr 2025 ist die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland deutlich gestiegen. Laut einer Analyse des ZEW Mannheim in Zusammenarbeit mit Creditreform wurden etwa 183.000 neue Firmen registriert, was einem Anstieg von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Anzahl wurde zuletzt vor 15 Jahren erreicht. Besonders ausgeprägt ist der Zuwachs bei wachstumsorientierten und innovativen Start-ups. Rund 3.100 solcher Unternehmen wurden neu gegründet, was einem Plus von 19 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild hinsichtlich der Eintragungen im Handelsregister: Während die Gründungen kleinerer Unternehmen ohne Handelsregistereintrag zunahmen, verringerte sich die Zahl der Eintragungen mit Handelsregistereintrag um 3,3 Prozent.

Entwicklung bei wachstumsorientierten Start-ups

Nach einem Rückgang im Jahr 2022 und einer stagnierenden Phase bis 2024 hat sich die Gründungsaktivität bei wachstumsorientierten Start-ups im Jahr 2025 deutlich erholt. Von den 3.100 neu gegründeten Unternehmen entfallen über 45 Prozent, etwa 1.400, auf technologieorientierte Dienstleistungen. In diesem Segment stieg die Zahl der Gründungen im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent. Als wachstumsorientierte Start-ups werden Unternehmen definiert, die als Kapitalgesellschaft gegründet werden, mehrere Gründerinnen und Gründer aufweisen und Forschung sowie Entwicklung betreiben.

Branchenbezogene Unterschiede

Die Gründungszahlen variieren stark zwischen den Branchen. Im Gastgewerbe wurden rund 20.000 neue Unternehmen registriert, was einem Anstieg von 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Parallel dazu stieg auch die Zahl der Unternehmensschließungen in diesem Bereich deutlich an. Im produzierenden Gewerbe zeigt sich eine schwächere Entwicklung: Im forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbe sank die Zahl der Neugründungen um 2,6 Prozent, im Fahrzeugbau sogar um 8,7 Prozent. Demgegenüber erhöhte sich die Anzahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag im Bereich technologieorientierter Dienstleistungen um 8,5 Prozent. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung des Gründungsaufschwungs.

Methodische Grundlagen der Untersuchung

Die Analyse basiert hauptsächlich auf dem Mannheimer Unternehmenspanel (MUP), einer Kooperation von Creditreform und ZEW, das Daten zu über zehn Millionen Unternehmen in Deutschland enthält und etwa drei Millionen aktuell aktive Unternehmen abbildet. Da neu gegründete Firmen teilweise mit Verzögerung erfasst werden, erfolgen Hochrechnungen, um die Zahlen für 2025 plausibel darzustellen. Ergänzend verwendet das ZEW ein maschinelles Lernverfahren zur Einschätzung des Wachstumspotenzials junger Unternehmen. Dieses Modell bewertet anhand bei der Gründung verfügbarer Merkmale – darunter Rechtsform, Patent- und Markenanmeldungen sowie Branchen- und Regionszugehörigkeit – die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen innerhalb von sechs Jahren einen Börsengang vollzieht oder übernommen wird.

Kontakt für wissenschaftliche Rückfragen

  • Dr. Sandra Gottschalk
  • Forschungsbereich Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik, ZEW Mannheim
  • Telefon: +49 (0)621 1235-267
  • E-Mail: sandra.gottschalk@zew.de

Weiterführende Informationen

Originalpublikation des ZEW Mannheim

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