Ankunftsquartiere stärken Kommunale Gestaltung von Ankommen und Teilhabe

Neuerscheinung: Sammelband zu Ankunftsquartieren vom Deutschen Institut für Urbanistik

Der jüngst veröffentlichte Band der Reihe „Edition Difu – Stadt Forschung Praxis“ beschäftigt sich mit der Gestaltung von Ankunftsquartieren und den Möglichkeiten kommunaler Steuerung in diesem Bereich.

Hintergrund und Herausforderungen

In zahlreichen deutschen Städten, Gemeinden und Landkreisen leben Menschen, die erst vor Kurzem aus dem Ausland zugewandert sind. Diese Personen finden häufig in Quartieren Unterkunft, die bislang nicht als typische „Ankunftsorte“ galten. Der Prozess des Ankommens beginnt oft in temporären Unterkünften, entwickelt sich jedoch im Laufe der Zeit zu dauerhaften Wohn- und Lebenssituationen am gleichen Standort. Diese Dynamik stellt Kommunen vor neue Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf Verwaltung, Wohnraumversorgung und Infrastruktur.

Forschungsbasierte Antworten auf kommunale Fragestellungen

Der vorliegende Band mit dem Titel „Ankunftsquartiere stärken. Kommunen gestalten Ankommen und Teilhabe“ analysiert anhand praktischer Beispiele, wie Städte und Gemeinden diese Quartiere besser unterstützen können. Erstmals werden kommunale Erfahrungen systematisch ausgewertet und empirisch fundierte Lösungsansätze präsentiert. Dabei werden zentrale Fragen behandelt, wie zum Beispiel:

  • Wie kann das Ankommen und die Teilhabe dauerhaft und systematisch gefördert werden?
  • Auf welche Weise lassen sich Ankunftsquartiere als bedeutende städtische Räume sichtbar machen?
  • Welche Unterstützung benötigen Kommunen von Bund, Ländern, Stadtspitzen, Wohnungswirtschaft und weiteren Akteuren?
  • Wie können erfolgreiche Ansätze über einzelne Projekte hinaus nachhaltig etabliert werden?

Erfahrungen aus elf Kommunen

Die Erkenntnisse basieren auf dem dreijährigen Forschungs-Praxis-Projekt „Teilhabe in ‚neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“. In diesem Projekt haben elf Kommunen aus ganz Deutschland ihre Erfahrungen im Umgang mit Ankunftsquartieren eingebracht. Die Ergebnisse stehen ab sofort für Politik, Verwaltung, Wissenschaft sowie für Interessierte an einer offenen und solidarischen Stadtgesellschaft zur Verfügung.

Dr. Bettina Reimann, Projektleiterin beim Difu, betont: „Ankunftsquartiere sind keine bloßen Übergangsräume oder ausschließlich benachteiligte Stadtteile. Sie stellen vielmehr zentrale Orte kommunaler Integrations- und Stadtentwicklungspolitik dar, an denen Ankommen und Teilhabe ausgehandelt und ermöglicht werden.“

Weiterführende Informationen und Projektübersicht

Das Projekt wurde von 2023 bis 2026 von einem Team unter Leitung der ILS Research durchgeführt, mit Beteiligung des Deutschen Instituts für Urbanistik, der Technischen Universität Berlin sowie STADTRAUMKONZEPT. Elf Kommunen aus Deutschland, darunter Berlin Marzahn-Hellersdorf, Bremerhaven, Dresden, Duisburg, Gevelsberg, Kaiserslautern, Offenbach am Main, Potsdam, Rostock, Saalfeld und Salzgitter, wurden begleitet. Ziel war es, die Kommunen bei der Förderung von Teilhabe und sozialem Zusammenhalt im Kontext von Zuwanderung zu unterstützen. Das Projekt wurde durch die Stiftung Mercator gefördert.

Über das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu)

Das Difu ist das größte Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum. Es bietet Forschung, Weiterbildung und Beratung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften an. Das Themenspektrum umfasst Stadt- und Regionalentwicklung, kommunale Wirtschaft, Städtebau, soziale Fragen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltung und Kommunalfinanzen. Das Institut wurde 1973 gegründet, arbeitet unabhängig und hat seinen Hauptsitz in Berlin sowie einen Umweltbereich in Köln. Organisatorisch ist das Difu als gemeinnützige GmbH strukturiert, alleiniger Gesellschafter ist der Verein für Kommunalwissenschaften e.V.

Kontakt und weiterführende Links

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:
Dr. Bettina Reimann
Telefon: +49 30 39001-191
E-Mail: reimann@difu.de

Originalpublikation:
https://difu.de/publikationen/2026/ankunftsquartiere-staerken

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