Die Logistikbranche spielt eine entscheidende Rolle in der deutschen Wirtschaft, doch die Präsenz von Frauen in leitenden Positionen bleibt unzureichend. Um die Ursachen für diese Unterrepräsentation zu ergründen, haben Prof. Dr. Fridtjof Langenhan und Prof. Dr. Friedwart Lender gemeinsam mit Studierenden des Masterprogramms für Supply Chain Management und Logistik an der Hochschule Hof eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Diese Forschung mündete in die Veröffentlichung einer Studie mit dem Titel „Strategien zur Gewinnung und Förderung weiblicher Führungskräfte im Logistikbereich: Ergebnispapier einer Studie an der Hochschule Hof“. Diese Studie bietet wertvolle Einblicke in die bestehenden Barrieren, die Frauen davon abhalten, Führungspositionen in der Logistik zu erreichen.
Die Logistikbranche ist enorm bedeutend, da sie für die reibungslose Versorgung der Wirtschaft mit Waren und Dienstleistungen sorgt. Trotz dieser zentralen Rolle sind die Führungsetagen in der Branche nach wie vor von Männern dominiert. Die Gründe für die geringe Anzahl weiblicher Führungskräfte sind vielfältig und komplex. Die Studie beleuchtet verschiedene Faktoren, die Frauen den Aufstieg in Führungspositionen erschweren. Dazu gehören gesellschaftliche Erwartungen, stereotype Rollenbilder und strukturelle Hindernisse innerhalb der Unternehmen.
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass viele Frauen in der Logistikbranche häufig das Gefühl haben, dass ihre Fähigkeiten und Qualifikationen nicht ausreichend gewürdigt werden. Dies führt dazu, dass sie sich seltener auf Führungspositionen bewerben oder sich für solche Positionen bereit erklären. Darüber hinaus berichten viele weibliche Fachkräfte von einem Mangel an Vorbildern, was ihre Ambitionen weiter dämpft. Wenn Frauen in der Branche kaum in Führungsrollen vertreten sind, fehlen ihnen oft die notwendigen Netzwerke und Unterstützungssysteme, um ihre Karriere voranzutreiben.
Ein weiterer Aspekt, den die Studie hervorhebt, sind die Arbeitsbedingungen in der Logistik. Diese sind oft durch hohe Anforderungen und unflexible Arbeitszeiten geprägt, was insbesondere für Frauen, die häufig auch familiäre Verpflichtungen haben, eine Herausforderung darstellt. Der Balanceakt zwischen Beruf und Familie erweist sich als schwierig, und viele Frauen sehen sich gezwungen, ihre Karriere zugunsten der familiären Verantwortung zurückzustellen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben die Forscher Strategien entwickelt, die Unternehmen dabei unterstützen können, weibliche Talente zu gewinnen und zu fördern. Eine der Empfehlungen besteht darin, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Diversität und Gleichstellung aktiv fördert. Dies könnte durch gezielte Schulungsprogramme geschehen, die sowohl männliche als auch weibliche Mitarbeiter für die Bedeutung von Diversität sensibilisieren. Auch Mentoring-Programme, in denen erfahrene Führungskräfte Frauen unterstützen, könnten eine wertvolle Maßnahme sein, um den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen zu erleichtern.
Darüber hinaus ist es von zentraler Bedeutung, flexible Arbeitszeitmodelle zu implementieren, um es Frauen zu ermöglichen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Unternehmen sollten auch gezielte Rekrutierungsstrategien entwickeln, um weibliche Talente aktiv anzusprechen und gezielt in Führungspositionen zu fördern. Hierbei können spezifische Programme zur Talententwicklung helfen, die Frauen auf die Anforderungen von Führungspositionen vorbereiten.
Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass der Logistiksektor zwar vor großen Herausforderungen steht, gleichzeitig aber auch Potenzial für Veränderungen bietet. Durch gezielte Maßnahmen und ein Umdenken in der Unternehmenskultur kann es gelingen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und somit die Vielfalt und Innovationskraft in der Branche zu steigern. Der Weg zu einer gleichberechtigten Repräsentation von Frauen in der Logistik erfordert Engagement und den Willen zur Veränderung von allen Akteuren in der Branche. Die Studie an der Hochschule Hof bietet dazu wertvolle Anregungen und Handlungsempfehlungen, um dieses Ziel zu erreichen.




















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