Eine aktuelle Untersuchung des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat ergeben, dass Newsletter, die sich mit den Themen Klimaschutz und vegetarische Ernährung beschäftigen, einen positiven Effekt auf den langfristigen Rückgang des Fleischkonsums haben können. Diese Effekte zeigen sich jedoch hauptsächlich bei Personen, die bereits eine reduzierte Fleischaufnahme pflegen. Die Studie, die über einen Zeitraum von 14 Monaten durchgeführt wurde und 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer umfasste, legt nahe, dass Menschen, die tendenziell große Mengen Fleisch konsumieren, ihre Essgewohnheiten nicht wesentlich ändern.
Im Detail untersuchten die Forscher, wie gezielte Informationen und Kampagnen über umweltfreundliche Ernährung die Kauf- und Essgewohnheiten von Menschen beeinflussen können. Dabei wurde deutlich, dass der positive Einfluss von Informationsangeboten auf die Reduzierung des Fleischkonsums vor allem bei jenen Menschen zu beobachten war, die bereits eine gewisse Sensibilität gegenüber dem Thema Fleischkonsum und dessen Auswirkungen auf die Umwelt aufwiesen. Diese Personengruppe zeigte sich empfänglich für die Inhalte der Newsletter und war eher bereit, ihre Ernährungsgewohnheiten zu überdenken und anzupassen.
Interessanterweise ergab die Studie, dass bei Teilnehmern mit einer stärkeren Neigung zu fleischhaltiger Kost kaum Veränderungen in ihrem Konsumverhalten festzustellen waren. Dies deutet darauf hin, dass intensive Informationskampagnen allein nicht ausreichen, um diese Gruppe zum Umdenken zu bewegen. Möglicherweise sind tief verwurzelte Essgewohnheiten und persönliche Vorlieben der Grund dafür, dass Menschen, die viel Fleisch essen, weniger bereit sind, ihre Ernährung zu ändern, selbst wenn sie über die negativen ökologischen Auswirkungen ihres Konsums informiert werden.
Die Forscher zogen aus diesen Beobachtungen Rückschlüsse auf die Gestaltung zukünftiger Kampagnen. Um eine breitere Wirkung zu erzielen, könnte es notwendig sein, Strategien zu entwickeln, die nicht nur informative Aspekte enthalten, sondern auch emotionale und soziale Elemente ansprechen. Dies könnte beispielsweise durch das Teilen von positiven Erfahrungen in der vegetarischen Küche oder durch das Aufzeigen von leckeren und attraktiven Alternativen zum Fleisch geschehen.
Zusätzlich wurde in der Studie deutlich, dass die Relevanz des Themas Klimaschutz für viele Menschen ein entscheidender Faktor ist, der ihre Bereitschaft beeinflusst, ihren Fleischkonsum zu überdenken. Wenn die Verbindung zwischen Fleischkonsum und Umweltschutz klar kommuniziert wird, können auch Skeptiker erreicht werden. Das bedeutet, dass eine umfassende und differenzierte Ansprache, die sowohl die gesundheitlichen als auch die ökologischen Vorteile einer pflanzlichen Ernährung beleuchtet, notwendig ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Studie war die Analyse der langfristigen Wirkung der Informationskampagnen auf den Fleischkonsum. Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer, die regelmäßig Newsletter erhielten und sich aktiv mit den Themen auseinandersetzten, eine nachhaltige Veränderung in ihren Essgewohnheiten erlebten. Dies gilt insbesondere für die Gruppe, die bereits eine reduzierte Fleischaufnahme hatte. Hier könnte die kontinuierliche Bereitstellung von Informationen und Anreizen dazu beitragen, die positiven Veränderungen aufrechtzuerhalten und möglicherweise sogar zu verstärken.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass Informationskampagnen zu Klimaschutz und vegetarischer Ernährung durchaus das Potenzial haben, den Fleischkonsum zu reduzieren, jedoch insbesondere bei Personen, die bereits eine Vorliebe für eine fleischärmere Kost haben. Um eine breitere Zielgruppe zu erreichen und auch Menschen mit einem hohen Fleischkonsum zu motivieren, ihre Gewohnheiten zu hinterfragen, sind innovativere Ansätze erforderlich. Die Kombination aus emotionaler Ansprache, ansprechenden Rezepten und klaren Informationen über die Auswirkungen des Fleischkonsums könnte der Schlüssel sein, um ein Umdenken in der Gesellschaft zu fördern und den Weg zu einer nachhaltigeren Ernährung zu ebnen.




















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Warum sollten wir uns mit Fakten und Zahlen abmühen, wenn das größte Stück Fleisch doch sowieso in den Köpfen der Konsumenten steckt? Ist Überzeugungskraft nicht das weit größere Stück?
Die Studie zeigt, dass Informationskampagnen vor allem bei bereits offenbaren Menschen wirken. Um Fleischesser zu erreichen, sind emotionale Ansätze und positive Beispiele dringend notwendig!