„Generationen-Gap: Erwartungen der Generation Z vs. Anforderungen der Industrie im Fokus“

„Generationen-Gap: Erwartungen der Generation Z vs. Anforderungen der Industrie im Fokus“

Der Arbeitgeberverband NORDMETALL hat in einer Kooperation mit der NORDAKADEMIE, deren Stiftung, sowie dem ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. – die Ergebnisse der NORDMETALL-Jugendstudien für den Zeitraum von 2022 bis 2024 vorgestellt. Diese umfassenden Studien richteten sich an über 2.700 Abiturientinnen und Abiturienten sowie an rund 200 Führungskräfte aus dem Personalwesen und der Unternehmensleitung in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die erfassten Daten bieten aufschlussreiche Einblicke in die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der jungen Generation und den Bedürfnissen der Industrie in Bezug auf qualifizierte Fachkräfte.

Die Generation Z, die etwa zwischen 1997 und 2012 geboren wurde, stellt für die Unternehmen eine besondere Herausforderung dar. In den letzten Jahren hat sich die Diskussion um die Bedürfnisse und Erwartungen dieser Generation intensiviert. Die Ergebnisse der NORDMETALL-Jugendstudien zeigen klar, dass die Ansprüche der jungen Menschen oft nicht mit den Erfordernissen der Arbeitswelt übereinstimmen. Diese Kluft könnte in den kommenden Jahren zu ernsthaften Problemen auf dem Arbeitsmarkt führen, wenn keine geeigneten Maßnahmen ergriffen werden.

Eine der zentralen Erkenntnisse der Studien ist, dass viele Abiturienten eine klare Vorstellung davon haben, was sie von ihrem zukünftigen Arbeitsplatz erwarten. Dazu gehören Aspekte wie eine ausgewogene Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, remote zu arbeiten. Diese Rahmenbedingungen sind für die junge Generation von entscheidender Bedeutung, da sie Wert auf persönliche Entfaltung und Lebensqualität legen. Im Gegensatz dazu zeigt die Industrie, dass sie dringend auf der Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften ist, die bereit sind, sich den Herausforderungen in einem zunehmend dynamischen Arbeitsumfeld zu stellen.

Ein weiterer Punkt, der in den Ergebnissen hervorgehoben wird, ist die Bedeutung der Unternehmenswerte. Junge Menschen legen großen Wert auf eine transparente Unternehmenskultur und soziale Verantwortung. Sie möchten für Unternehmen arbeiten, die sich aktiv für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Themen einsetzen. Dies stellt die Arbeitgeber vor die Herausforderung, ihre Werte und Mission klar zu kommunizieren, um talentierte Absolventen zu gewinnen und langfristig zu binden.

Die Studien haben auch gezeigt, dass die Berufsorientierung und die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt bei vielen Jugendlichen oft unzureichend sind. Trotz der hohen Anzahl an Abiturienten gibt es eine spürbare Unsicherheit über die verschiedenen Karrierewege, die ihnen offenstehen. Die Unternehmen müssen daher enger mit Schulen und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, um den jungen Menschen eine bessere Vorstellung von den verschiedenen Berufen und den damit verbundenen Anforderungen zu vermitteln. Dies könnte durch Praktika, Workshops oder Informationsveranstaltungen geschehen, die den direkten Kontakt zwischen Schülern und Unternehmen fördern.

Zusätzlich wird in den Studien deutlich, dass die Digitalisierung und der technologische Fortschritt eine entscheidende Rolle spielen. Junge Menschen sind mit digitalen Technologien aufgewachsen und erwarten, dass diese auch in ihrem zukünftigen Arbeitsumfeld eine zentrale Rolle einnehmen. Unternehmen müssen daher nicht nur in moderne Technologien investieren, sondern auch sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter entsprechend geschult werden, um mit diesen Technologien effektiv umgehen zu können.

Die Ergebnisse der NORDMETALL-Jugendstudien sind ein klarer Aufruf an die Industrie, die Bedürfnisse und Erwartungen der Generation Z ernst zu nehmen. Um die Kluft zwischen den Ansprüchen der jungen Menschen und den Anforderungen der Arbeitgeber zu überbrücken, sind innovative Ansätze und eine offene Kommunikation gefragt. Die Unternehmen müssen sich anpassen, um die besten Talente für sich zu gewinnen und gleichzeitig einen Beitrag zur Förderung der beruflichen Orientierung und Ausbildung zu leisten. Dies ist entscheidend, um den zukünftigen Fachkräftemangel zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern.

Für detaillierte Informationen zu den Ergebnissen der Studien können Interessierte die Webseite www.arbeitswissenschaft.net/broschuere-jugendstudien-nordmetall besuchen.