„Frauen-Netzwerke in Firmen: Chancen und Herausforderungen für Empowerment“

„Frauen-Netzwerke in Firmen: Chancen und Herausforderungen für Empowerment“

Oestrich-Winkel, 17. Dezember 2025 – In der heutigen Geschäftswelt sind Frauen-Netzwerke in vielen Organisationen zu einem wichtigen Instrument geworden, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu steigern. Eine aktuelle Untersuchung, durchgeführt von Prof. Dr. Karin Kreutzer von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Deutschland, Patricia Hein von der Ivey Business School in Kanada und Maikki Diehl von der Aalto University in Finnland, beleuchtet die Rolle dieser Netzwerke bei der Förderung von Empowerment sowie die Gefahr, dass sie unbeabsichtigt bestehende Ungleichheiten verstärken könnten. Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, dass die konkrete Ausgestaltung solcher Netzwerke entscheidend für ihren Erfolg ist.

Frauen-Netzwerke bieten eine Plattform, auf der sich Frauen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen vernetzen, austauschen und gegenseitig unterstützen können. Dies kann in Form von Mentorship-Programmen, Workshops oder einfach informellen Treffen geschehen. Ziel ist es, Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung zu fördern und ihnen den Zugang zu Führungspositionen zu erleichtern. Dennoch zeigt die Studie, dass nicht alle Netzwerke gleich wirksam sind. Die Gestaltung und die Zielsetzungen der Netzwerke spielen eine maßgebliche Rolle dabei, ob sie tatsächlich zur Gleichstellung beitragen oder bestehende Strukturen und Vorurteile verfestigen.

Ein zentrales Ergebnis der Forschung ist, dass Frauen-Netzwerke oft dann besonders effektiv sind, wenn sie strategisch in die Unternehmensstruktur integriert sind. Wenn sie von der Unternehmensführung unterstützt werden und klare Ziele verfolgen, können sie dazu beitragen, die Sichtbarkeit von Frauen in der Führungsetage zu erhöhen. Dabei ist es wichtig, dass diese Netzwerke nicht isoliert agieren, sondern in Dialog mit anderen Initiativen zur Gleichstellung stehen. Nur so kann ein ganzheitlicher Ansatz zur Förderung von Frauen in Führungspositionen entwickelt werden.

Die Studie hebt auch hervor, dass es verschiedene Typen von Frauen-Netzwerken gibt, die unterschiedliche Zwecke verfolgen. Während einige Netzwerke vor allem den Austausch und die persönliche Entwicklung in den Vordergrund stellen, konzentrieren sich andere stärker auf strategische Themen und die Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen. Um effektiv zu sein, sollten Netzwerke eine Balance finden zwischen persönlicher Unterstützung und dem Streben nach strukturellen Veränderungen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Diversität innerhalb der Netzwerke. Die Forschung zeigt, dass Netzwerke, die eine breite Palette von Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Perspektiven einbeziehen, tendenziell erfolgreicher sind. Sie schaffen ein Umfeld, in dem verschiedene Sichtweisen gehört und geschätzt werden, was zu innovativen Lösungsansätzen und einer stärkeren Stimme für Frauen in Unternehmen führt.

Allerdings gibt es auch die Gefahr, dass Frauen-Netzwerke, wenn sie nicht sorgfältig gestaltet sind, als „Frauen-inside“ Gruppen wahrgenommen werden, die den Ausschluss von männlichen Kollegen begünstigen können. Dies kann zu Spannungen innerhalb des Unternehmens führen und letztlich den gewünschten Wandel behindern. Die Studie warnt davor, dass Netzwerke nicht als alleinige Lösung für die Gleichstellung der Geschlechter betrachtet werden sollten. Vielmehr müssen sie Teil eines umfassenderen Ansatzes sein, der auch Schulungen für Führungskräfte und die Schaffung von transparenten Beförderungsprozessen umfasst.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Frauen-Netzwerke ein wertvolles Werkzeug zur Förderung von Frauen in Führungspositionen darstellen können. Die Wirksamkeit dieser Netzwerke hängt jedoch stark von ihrer Ausgestaltung und Integration in die Unternehmensstrategien ab. Eine bewusste und strategische Herangehensweise kann dazu beitragen, sowohl individuelle Empowerment zu fördern als auch strukturelle Ungleichheiten abzubauen. Die Ergebnisse der Studie von Prof. Dr. Karin Kreutzer und ihren Kolleginnen geben Unternehmen wertvolle Anhaltspunkte, wie sie ihre Frauen-Netzwerke effektiver gestalten können, um echte Fortschritte in der Gleichstellung der Geschlechter zu erzielen.

2 thoughts on “„Frauen-Netzwerke in Firmen: Chancen und Herausforderungen für Empowerment“

  1. Frauen-Netzwerke sind Schlüssel für Gleichstellung in Unternehmen. Ihre Gestaltung und Integration müssen strategisch erfolgen, um Empowerment zu fördern und strukturelle Ungleichheiten abzubauen.

  2. Als Whistleblower möchte ich betonen: Frauen-Netzwerke dürfen nicht isoliert sein! Wenn sie nur als Alibi dienen, festigen sie Ungleichheiten statt sie abzubauen. Wir brauchen echten Wandel!

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